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Abenteuer Arktis

Uhrentest am Ende der Welt

Nördlich von Spitzbergen, im Jahr 1999: eine Expedition macht sich auf in die unwirtlichen Weiten des Nordpolarmeeres. Ziel der Reise ist die Erprobung technischer Ausrüstung für Extremtauchgänge. Taucheranzüge für niedrigste Wassertemperaturen. Atemregler für Tieftauchgänge. Und eine Taucheruhr, die unter extremsten Bedingungen das Leben der Taucher sichern helfen soll.

Mit dabei neben der neuesten Entwicklung der Frankfurter Uhren-Spezialisten ein anderer Frankfurter – Mario M. Weidner. Er ist als international bekannter Extrem- und Tieftauch-Spezialist prädestiniert als Partner der Sinn-Entwicklungsingenieure – und als Mischgastaucher selbst die härteste Referenz für das von ihm verwendete Material. Ein Mann der Extreme: Als Wrackforscher hat der 36jährige bis heute 900 Wracks bis in Tiefen von 179 Metern betaucht. Tauchgänge, die durch hohen Druck, extreme Kälte und Dunkelheit stundenlang Mensch und Material Höchstleistungen abverlangen. Bereits im Kindesalter von Jaques Cousteau und Hans Hass in den Bann der Unterwasserwelt gezogen, ging Weidner weiter als andere: Seine Tauchgänge liegen weit jenseits der Sporttaucherei. Länger und tiefer dringt er in die Meere vor und bringt von seinen Wracktauchgängen oft Geheimnisse der Geschichte mit zurück ans Tageslicht, die sonst der Nachwelt verborgen geblieben wären. Ein Taucher der sich auf dem faszinierenden Grat zwischen Extremsport und Wissenschaft bewegt. Ein Mann, der in Grenzbereiche vordringt. Und dabei Techniken nutzt, die eben auch die Grenzbereiche von Wissenschaft und Forschung ausreizen.

Prägen heute weiße Kittel und Hochtechnologie-Labors das Bild des Forschers, waren es früher, zu Scotts und Amundsens Zeiten, harte Pioniere, die getrieben von der Entdeckerlust und Forscherehrgeiz Dinge sehen und leisten wollten, die kein Mensch vorher sah und leistete. Aber es gibt sie noch immer: Forscher, die unter extremsten Bedingungen ihr Ziel verfolgen. In den Wüsten dieser Welt, in Arktis oder Antarktis. Oder in anderen für den Menschen lebensfeindlichen Regionen der Erde. Oder unter Wasser ... dort, wo die größten weißen Flecken auf den Landkarten liegen. Zwei Drittel unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt, weniger als 5 Prozent davon sind erforscht – ein gigantischer Lebensraum, der nicht nur 98 Prozent der Biomasse birgt, sondern auch scheinbar grenzenloses Potential für Nahrung, Energie und Gesundheit für die nächsten Generationen. Und gerade die Erforschung dieses originär nicht-menschlichen Lebensraumes erfordert den Einsatz hochmoderner Technik mit den größten Ansprüchen an Sicherheit, Funktionalität und Verlässlichkeit.

Mehr als ein guter Grund für die Uhren-Ingenieure der Frankfurter Firma Sinn, den hier arbeitenden Menschen ein Werkzeug an die Hand zu geben, das in seiner Grundfunktion unverzichtbar für das Überleben unter Wasser ist: ein hochfunktionaler Chronograph, ein spezialisierter Zeitmesser, der es erlaubt, Zeiten und Zeiträume präzise zu erfassen und zu überwachen. Ein Muss, vor allem, wenn es um Tauchtiefen fernab jeder Sport-Taucherei geht: Beim technischen Tauchen in Tiefen zwischen 50 und 200 Metern Tiefe darf nichts ausfallen, darf keine Technik versagen – der Raum zwischen Gelingen und Scheitern ist minimal, er ist unerbittlich in seiner lebensgefährlichen Konsequenz. Und er wird einzig und allein von Erfahrung, Ausbildung und Mentalität des Tauchers bestimmt. In nahezu totaler Abhängigkeit von Zuverlässigkeit und Funktionalität seiner Ausrüstung. Hier kommt Mario M. Weidner ins Spiel – und hier beginnt der Ausflug in die eisigen Regionen des Nordmeeres.

In Longyearbyen, der Hauptstadt von Norwegens nördlichster Provinz Spitzbergen, treffen sich am 28. Juni 1999 die Expeditionsteilnehmer Hunderte Kilo aufwendiger Ausrüstungsgegenstände werden an Bord der „Professor Molchanov“ verladen – das packeisfeste ehemalige russische Forschungsschiff des Hydrographischen Instituts von Murmansk wird die Taucher und die mitreisenden Naturforscher in den nächsten Tagen bis an die Eisgrenze bringen. Auf dem Weg in die unendliche Weite des Packeises wird noch einmal Station in Ny Ålesund, der nördlichsten ständig bewohnten Siedlung der Welt, gemacht. Hier treffen sich vor allem in den Sommermonaten, wenn die Sonne nicht untergehen will, Forscher aus aller Welt. In der Koldevay-Station, dem nördlichsten Außenposten des Alfred-Wegener-Instituts, können sich die Forscher noch einmal austauschen, bevor die letzte Enklave der Zivilisation verlassen wird. Von hier aus geht es weiter gen Norden, in Regionen unberührter Wildnis. Von nun an beschränkt sich das Gefühl zivilisierter Geborgenheit auf 72 Meter Stahl ... von beruhigendem Dieselgewummer stoisch und verlässlich durch das stahlblaue Wasser vorangetrieben.

Während der Reise geht die „Professor Molchanov“ zweimal täglich vor Anker. Die 8 Meter langen Schlauchboote, widerstandsfähige Expeditions-Zodiaks mit leistungsstarken Außenbordmotoren, werden zu Wasser gelassen. Alle an Bord müssen mit anpacken, um die Ausrüstung für die Land- oder Tauchgänge über die Reling zwei Meter hinunter in die Boote zu schaffen, Nicht immer ein leichtes Unterfangen; die See ist nicht nur eiskalt, sondern mitunter ziemlich rau.

Immer dabei, ob beim Ausflug auf eine der treibenden Eisschollen oder in die öde Schotterwildnis an Land: die Eisbärenwache. Außerhalb geschlossener Ortschaften (also praktisch überall auf Spitzbergen) ist es Vorschrift, eine mit schussbereitem Gewehr ausgerüstete Bärenwache dabei zu haben. Eisbären können jederzeit auftauchen, sie sind ausgezeichnete Schwimmer und können bis zu 200 Kilometer am Stück schwimmend zurücklegen.

Neben aller Vorsicht prägt aber vor allem eine fast atemlos machende Begeisterung das Empfinden der Expeditionsteilnehmer: So unwirtlich die Natur sich hier zeigt, so faszinierend großartig gibt sie sich auch. Schneebedeckte, spitzgipfelige Gebirgszüge von der Küste bis zum Horizont.

Niedrig wachsende, aber wild wuchernde, artenvielfältige Natur, Fahle Farben, klare Luft. Dazwischen leuchtende Farbtupfer zarter Blumen. Eine nie untergehende, kühl leuchtende Sonne. Die einsame Weite des Nordmeeres, durchzogen von schneeweißem Treibeis. Und vor allem: diese großartige Stille. Eine Stille und Weite, die mehr als einmal fast ergriffen macht. Ein zeitlos karges Land, ein vergessener Winkel unseres Planeten – und doch ein kraftvolles, wildes Stück Natur, das dem Menschen in all seiner Winzigkeit gnadenlos überlegen ist.

Ein erster Tauchgang am Nachmittag des 30. Juni dient für Mario Weidner und sein Team der Gewöhnung an die Gegebenheiten und der Überprüfung der Ausrüstung. Von jetzt an handeln alle mit größter Umsicht und Vorsicht. Jeder, der hier dabei ist, hat Vorkenntnisse und Erfahrungen mit Kaltwasser-Tauchgängen und dem Tauchen unter Eis. Die aufwendige Tauchausrüstung mit zwei mal 15-Liter-Doppelpaketen, zwei Alu-Stagetanks mit je zwölf Litern Volumen und der 2-Liter-Argonflasche ist ein Muss – und definiert den Stand der Technik beim Technischen Tauchen unter solch extremen Bedingungen. Das Risikopotential eines solchen Unternehmens verdeutlicht auch die zusätzliche zwingende Versicherungspflicht aller Taucher: eine spezielle Police deckt die höheren Risiken beim Tauchen in diesen Regionen ab – die nächste Druckkammer steht erst in circa 1000 Kilometer Entfernung, ein Hubschrauber würde mindestens 5 Stunden für einen Rettungseinsatz brauchen ... Die Taucher sind hochkonzentriert bei der Sache. Und neugierig auf die unbekannte Unterwasserwelt. Schon nach wenigen Metern Tauchtiefe bietet sich ein faszinierendes Bild: Zwischen den riesigen, oft meterlangen sanft wogenden Blättern der Laminarien (Algen) sitzen unzählige Schnecken, Seeigel und Seeanemonen. Fische wie Seewolf, Skorpionfisch und Seehase fühlen sich im nährstoffhaltigen, nur zwei bis vier Grad Celsius kalten Wasser wohl.

6. Juli 1999, das Ziel, die nördlichste Position der Reise, ist erreicht: auf 81° 01' 47" setzt das Expeditionsschiff die Taucher und Forscher ab. Die Zodiaks bringen die Teams zu sorgfältig ausgesuchten, frei schwimmenden Eisschollen – nicht zu groß, um im Notfall nicht zu weit vom Rand entfernt zu sein. Aber groß genug, um Taucher und Schlauchboot sicher aufnehmen zu können. Der Wind ist frisch, leichtes Schneetreiben lässt das Basisschiff schnell im trüben Licht verschwinden. Rasch werden die Vorbereitungen getroffen, die Ausrüstung geprüft, die Kameras zur Dokumentation präpariert. Die Zeit ist knapp, die Eisschollen sind ständig in Bewegung – ein Zusammenschließen kann für die Taucher unter Wasser zur tödlichen Falle werden. Mario Weidner hat die Ausrüstung auf der Scholle angelegt, lässt sich schwer bepackt ins Wasser fallen. Die Bedingungen hier sind gut: keine Strömung, hervorragende Sicht. Der Tauchgang beginnt – der Leistungs-Extremist aus Frankfurt lässt sich in die dunkle Tiefe des arktischen Meeres gleiten. Er „schwebt“ unter dem Eis, Licht und Luftblasen spielen unter der Oberfläche. Große Luft-Placken bilden sich unter den Eisschollen, fließen wie Quecksilber in alle Richtungen. Das Licht von der Oberfläche wird schwächer. Filigrane, fast durchsichtige Quallen und winzige schwimmende Schnecken sind jetzt die einzigen Begleiter des Tauchers. Ein traumhaftes Farbspektakel in Blau und Türkis. Skurrile Eisformen, von unten betrachtet, bläulich schimmernde Eisspalten – dazwischen, den Blick des Tauchers wieder nach oben in die Welt zurück richtend, die aufsteigenden Luftblasen: Orientierung des menschlichen Lebens.

Bei einer Tiefe von 64,5 m stoppt Weidner. Nach allem, was man in Fachkreisen weiß, war dies bisher die größte Tauchtiefe, die je ein Mensch soweit nördlich erreicht hat. Beifall der Freunde und Kollegen beim Auftauchen. Die mitgereiste Sinn-Mannschaft prüft, was der Extremtaucher aus eigener Anschauung bestätigt hat: Der Prototyp der Sinn 203 ARKTIS, am linken Arm über dem Taucheranzug getragen, hat nicht nur zuverlässig dicht gehalten. Die unerbittliche Überprüfung der Ganggenauigkeit wird in den nächsten Stunden auch ergeben, dass keinerlei Abweichungen von den Soll-Werten zu verzeichnen sind. Kein noch so winziges Tröpfchen arktischen Wassers konnte eindringen, auch heftigste Temperatur- und Druckschwankungen konnten die präzise Funktion der Uhr nicht beeinträchtigen. Sehr reale Extrem-Bedingungen haben den insgesamt vier mitgeführten Prototypen der Sinn 203 ARKTIS nichts anhaben können - wie Mario M. Weidner zu Protokoll gibt: „Besonders positiv fiel – gerade unter Wasser – die besonders gute Ablesbarkeit des blauen Zifferblattes in Verbindung mit dem leicht gewölbten Saphirglas auf, auch bei extremem Blickwinkel, Lediglich das von uns getestete Lederarmband war noch nicht zufriedenstellend. Das Leder stellte sich für die extreme Beanspruchung häufiger Tauchgänge in arktischen Gewässern als zu weich heraus, was zu erhöhtem Abrieb im nassen Zustand führte. Für Taucher wäre daher ein Kautschukband besser geeignet.“

Am Ende dieses für alle Beteiligten erfolgreichen Tages war klar: die neue Sinn 203 wird mit Recht ihren Namen tragen: 203 ARKTIS – stolzes Bekenntnis zum praktizierten Beweis ihrer inneren Werte. Und sinnbildlicher Ausdruck ihres Erscheinungsbildes: kühl und stahlig wie das Licht am 81. Breitengrad, blau und leuchtend wie die Tiefen des Nordpolarmeeres.