Asymmetrisches Schwingen der Unruh.
Die Drehschwingung einer Unruh kann mit Hilfe des Drehwinkels beschrieben werden. Steht die Uhr still, so definiert die Position der Unruh dort ihre Nulllage. Unter einem (stets vorhandenen) Abfallfehler versteht man den Sachverhalt, daß die Drehschwingung nicht in allen Prüflagen ganz symmetrisch um die Nulllage herum ausgeführt wird, das heißt die Unruh schwingt nicht in beide Richtungen gleich weit. Diese Asymmetrie kann auf einer Zeitwaage sichtbar gemacht werden. Der Abfallfehler wird in Millisekunden (ms) gemessen. Sinn läßt einen Abfallfehler nur bis max. 0,7 ms zu. Hochwertige Uhren besitzen eine besondere Vorrichtung für die Einstellung des Abfalls.
Glasartiges Produkt aus Polyacrylestern.
Es verfügt über eine hohe Bruchsicherheit, ist korrosions- und witterungsbeständig. Kleine Kratzer können leicht herauspoliert werden.
Für Magnetfeldeinflüsse bis zu einer bestimmten Stärke unempfindlich.
Genaugenommen gibt es keine Materie, die nicht in Wechselwirkung mit Magnetfeldern treten kann. Als amagnetisch oder unmagnetisch bezeichnet man Werkstoffe oder Gegenstände, die auf magnetische Felder so geringfügig reagieren, daß man empfindliche Meßinstrumente benötigt, um überhaupt eine Wirkung nachzuweisen. Für alle praktischen Zwecke sind z.B. Werkstoffe wie Glas oder auch manche Stahlsorten als amagnetisch einzustufen.
Schwingungsweite.
Der maximale Drehwinkel der Unruh zwischen der Gleichgewichtslage und einem der Umkehrpunkte der Schwingung heißt Amplitude. Die gemittelten Amplitudenwerte der heute verbreiteten Armbanduhrenwerke liegen bei ca. 250° bis 300°. Mit zunehmender Alterung der Öle sinkt dieser Wert allmählich ab.
Die DIAPAL-Technik greift dieses Problem an der Wurzel, indem hier prinzipiell auf Öl verzichtet werden kann.
Antimagnetisch nennt man Vorrichtungen oder Geräte, deren Funktion durch geeignete Materialwahl und / oder Abschirmmaßnahmen vor Störungen durch Magnetfelder bis zu einer angegebenen Stärke geschützt sind.
Uhren, die unter Magnetfeldeinfluß (siehe Magnetismus) bestimmter Stärke nicht stehen bleiben und deren Gangveränderungen bestimmte Grenzen nach einem Magnetfeldeinfluß nicht überschreiten, dürfen nach DIN antimagnetisch genannt werden.
Gemäß der DIN-Richtlinie 8309 gelten mechanische Kleinuhren (Werkdurchmesser größer 20 mm) dann als antimagnetisch, wenn die Gangveränderung der Uhr nach einem Magnetfeldeinfluß der Stärke von 4.800 A/m (entspricht 6 mT) nicht mehr als +/- 30 Sekunden pro Tag beträgt. Während die Uhr einem Magnetfeld dieser Stärke ausgesetzt ist, darf sie außerdem nicht stehen bleiben.
Der Grund dafür, daß mechanische Uhren auf Magnetfelder ansprechen, liegt hauptsächlich in der Verwendung temperaturkompensierender Spiralfedern (siehe Nivarox).
Bei Sinn bieten wir bei einigen Modellen einen zusätzlichen Magnetfeldschutz an, der bis zu einer Feldstärke von 80.000 A/m hinreichend abschirmt. Dies übertrifft die DIN-Vorschrift um mehr als das sechzehnfache.
Physikalische Einheit des Drucks, d. h. der Kraft pro Fläche.
1 bar = 100 kPa = 0,1 MPa
1 bar entspricht etwa dem durchschnittlichen atmosphärischen Luftdruck auf Höhe des Meeresspiegels. Pro 10 m Wassertiefe herrschen zusätzlich zum atmosphärischen Luftdruck ca. 1 bar (hydrostatischer) Wasserdruck. Eine Uhr wird damit pro 10 m Tauchtiefe einem Überdruck von einem bar ausgesetzt (siehe auch Druckfestigkeit bzw. Wasserdichtigkeit).
1 bar entsprechen ca. der Gewichtskraft von 1 kg pro cm² (1 bar = 10 N/cm²). Der genaue Wert hängt vom Ort auf der Erde ab. Die Erdbeschleunigung schwankt zwischen 9,78 und 9,83 m/s². Vom Mittelwert ausgehend (9,81) entspricht 1 bar der Gewichtskraft von 1019,4 g pro cm².
Unter einem Chronographen versteht man eine Uhr mit Stopp-Mechanismus, mit dessen Hilfe die Dauer eines Vorgangs gemessen werden kann.
Uhrwerktechnische Voraussetzung für die Erfüllung der Chronometernorm.
Als Chronometer werden Uhren bzw. Werke bezeichnet, deren besonders präzises Gangverhalten durch ein amtliches Zeugnis bestätigt wird. Chronometerwerke müssen mit einer Seriennummer versehen sein, damit eine eindeutige Zuordnung von Zeugnis und Werk möglich ist. Die Chronometerprüfungen werden zur Zeit fast ausschließlich von der C.O.S.C. (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein in der Schweiz) durchgeführt und dokumentiert. In jüngster Zeit bietet auch das Landesamt für Meß- und Eichwesen Thüringen in Glashütte als Akkreditierstelle des Deutschen Kalibrierdienstes in Deutschland Chronometerprüfungen an.
Die Chronometerqualität eines mechanischen Uhrwerks wird zum Teil durch besondere Verarbeitungsqualitäten bestimmter Uhrwerkkomponenten, zum Teil durch aufwendige Regulation der Uhr hergestellt. Für Sinn-Uhren verwenden wir die jeweils höchste Ausführungssqualität der schweizer Werkehersteller. Solche Werke können prinzipiell als Chronometer einreguliert werden. Auf Wunsch werden unsere Uhren feinreguliert, d.h. in Chronometerqualität aber ohne Zeugnis ausgeliefert. Wir bieten Chronometerzeugnisse wegen des unverhältnismäßig hohen Aufpreises in der Regel nur auf Anfrage an.
Die Anforderungen an ein mechanisches Chronometerwerk beziehen sich auf mehrere Aspekte seines Gangverhaltens: auf die Lageabhängigkeit des Gangs, auf die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Lage und auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Für mechanische Werke liegt hierfür eine internationale Norm (ISO 3159) vor, die mit nationalen Normensystemen deckungsgleich ist (DIN 8319, Teil 1 und NIHS 95-11).
Da der Gang einer mechanischen Uhr im allgemeinen von der räumlichen Orientierung im Schwerefeld der Erde abhängt, unterscheidet man zunächst fünf Prüflagen, in denen der Gang jeweils beobachtet wird (wie zum Beispiel „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“). Der Mittelwert aus den Gangwerten, die in den fünf Prüflagen gemessen werden, darf bei Zimmertemperatur (23°C) in einem Bereich zwischen –4 und +6 Sekunden pro Tag (24 Stunden) liegen.
Diese Norm ist für sich genommen noch wenig anspruchsvoll und vermutlich mit jedem modernen Großserienkaliber erfüllbar. Ein Chronometerwerk muß jedoch darüber hinaus diesen Mittelwert erreichen, ohne zwischen den einzelnen Lagen größere Gangunterschiede aufzuweisen. Der größte Gangunterschied zwischen hängender und liegender Lage (genauer: zwischen „Krone links“ und „Zifferblatt oben“) darf nicht mehr als –6 bis +8 Sekunden pro Tag betragen. Für die übrigen Lagen gilt: Jeder einzelne Lagenwert darf sich vom Mittelwert aus allen fünf Lagen nicht mehr als 10 Sekunden pro Tag unterscheiden.
Weitere Forderungen werden an die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Prüflage gestellt. In ein und derselben Lage darf die Uhr (bei konstanter Temperatur von 23 °C) nicht mehr als 5 Sekunden pro Tag abweichen. Der Mittelwert der Abweichungen, die in den einzelnen Prüflagen beobachtet werden können, muß darüber hinaus kleiner sein als 2 Sekunden pro Tag.
Wichtige Forderungen richten sich auch auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Man testet den Gang der Uhr in einem Bereich von 8 °C bis 38 °C. Die Abweichung pro Grad Celsius und Tag darf nicht mehr als +/– 0,6 Sekunden betragen. Schließlich wird überprüft, wie die Uhr nach der Temperaturänderung ihren Gang bei 23 °C wieder aufnimmt. In einer ausgewählten Prüflage darf sich dieser Gang vom vor der Temperaturfahrt gemessenen mittleren Gang in dieser Lage nicht mehr als +/– 5 Sekunden pro Tag unterscheiden.
Bei Chronographenwerken wird zusätzlich der Gangunterschied bei mitlaufender und ausgeschalteter Stoppfunktion überprüft.
Alle Gangmessungen werden ohne Zeitwaage durchgeführt, d. h. es wird nach jeweils 24 Stunden auf einem Prüfzifferblatt die Uhrzeit direkt abgelesen. Die gesamte Chronometerprüfung nimmt 15 Tage in Anspruch.
Für Quarz-Chronometer liegt eine internationale Norm (ISO) bisher nicht vor. Die Anforderungen des schweizer und des deutschen Normensystems (siehe etwa DIN-Norm 8319, Teil 2 von 1978) sind mittlerweile durch die technischen Möglichkeiten der Serienproduktion überholt. Die Schweizer Prüfstelle C.O.S.C. hat aus diesem Grund im Jahre 2001 für die eigene Prüfpraxis neue Kriterien formuliert, die verschärfte Anforderungen an ein Quarz-Chronometerwerk stellen. Die Prüfkriterien sind so ausgelegt, daß Quarzwerke ohne eine spezielle Temperaturkompensation die Prüfung nicht bestehen können. Der tägliche mittlere Gang bei 23 °C muß diesen Kriterien zufolge bei einem Quarz-Chronometer zwischen +/– 0,07 Sekunden pro Tag liegen, bei 8 °C sowie 38 °C im Intervall von +/– 0,20 Sekunden pro Tag. Die Stabilität des Gangs bei fester Temperatur wird auf 0,05 Sekunden begrenzt. Die Prüfdauer erstreckt sich auf insgesamt 12 Tage.
Ein Quarz-Chronometer ist aufgrund seiner Temperaturkompensation etwa zwanzigmal genauer als ein auf Raumtemperatur reguliertes hochwertiges Quarzwerk und stellt das zur Zeit genauste autonom laufende Armbanduhrwerk dar. Wir verwenden in unseren Taucheruhren UX das thermokompensierte ETA-Werk 955.652 mit einer Quarzfrequenz von etwas über 32 kHz. Quarzwerke, die eine noch höhere Ganggenauigkeit besitzen, sind zwar in Form von Mega-Hertz-Schwingern technisch möglich, wurden aber wegen des hohen Stromverbrauchs und der hohen Herstellungskosten nur vorübergehend und in geringen Stückzahlen hergestellt.
Bei unseren Uhren mit D3-System werden die Drückerstifte und Kronenwellen direkt in einer feingeschlichteten Gehäusebohrung geführt und so nahtlos gegen das Gehäuse abgedichtet (D3 = direkt doppelt dichtend).
Bei konventionellen Konstruktionen werden Drückerstift und Kronenwelle mittels einer in die Gehäusebohrung eingepressten Hülse, dem sogenannten Tubus geführt. Die notwendige Tubusabdichtung stellt nicht nur eine zusätzliche Quelle für Gasdiffusionen dar (siehe Ar-Trockenhaltetechnik). Handhabungsfehler können bei dieser Konstruktion sogar zur Wasserundichtigkeit führen. Denn der im Tubus geführte Drückerstift bzw. die Kronenwelle können sich bei seitlichen Stößen verbiegen und so das Eindringen von Feuchtigkeit ermöglichen. Ein Risiko, das auch bei verschraubbaren Kronen und Drückern gegeben ist, wenn sie zur Bedienung aufgeschraubt werden.
Das D3-System ermöglicht die gehäuseintegrierte Führung von Krone und Drücker und ist somit ein verlässlicher Schutz gegen seitliche Stöße und das Eindringen von Staub oder Feuchtigkeit.
Sinn-Markenzeichen zur Kennzeichnung der Uhren, die mit der DIAPAL-Technologie ausgestattet sind.
Die Druckfestigkeit einer wasserdichten Uhr nach DIN beschreibt die Belastung, bis zu welchem Druck eine Uhr standhält.
Bei Sinn Uhren ist die Druckfestigkeit in der Regel in Bar oder Metern Wassertiefe angegeben. 1 bar Überdruck entspricht dem statischen Druck einer Wassersäule von 10 Metern.
Unter Edelstahl versteht man eine Stahlgüteklasse, welche Stähle mit sehr hohem Reinheitsgrad und eng tolerierter chemischer Zusammensetzung umfaßt.
Besonders wichtig für den Uhrenbau sind rostfreie Edelstähle, das heißt Stähle, die gegenüber Korrosion geschützt sind.
Als besondere Spezialität verwenden wir einen U-Boot-Stahl, der sich durch Seewasserbeständigkeit und höchste amagnetische Güte auszeichnet.
Bezeichnung für Dichtungswerkstoffe, die sich im Vergleich zu dem herkömmlichen Gehäusedichtungsmaterial (Nitrilkautschuk, NBR) extrem diffusionsreduzierend verhalten. Die Diffusionsrate zwischen Gehäuseinnerem und Außenluft wird durch diese Dichtungen auf bis zu 75 % herkömmlicher Nitril-Dichtungen reduziert.
Die so bezeichneten Werkstoffe bieten darüber hinaus weitere Vorteile. Sie sind außerordentlich wetter- und alterungsbeständig und neigen im Unterschied zu Nitrilkautschuk nicht zur Ozonrissbildung. EDR-Dichtungen sind außerdem beständig gegenüber zahlreichen Chemikalien wie chlorierte, aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe.
Da die Alterungsprozesse im Uhrwerk maßgebend vom Mikroklima im Gehäuse abhängen, sind EDR-Dichtungen ein effektiver Baustein der Ar-Trockenhaltetechnik, um die Ganggenauigkeit der Uhr längerfristig sicherzustellen.
Einsatzzeitmesser sind rein auf die Funktion ihres Einsatzes hin entwickelte Uhren. Sie zeichnen sich immer durch hervorragende Ablesbarkeit aus. Das heißt: Die Form folgt immer der Funktion und Handhabung.

Der legendäre EZM1 begründete die erfolgreiche Reihe der Einsatzzeitmesser.
Teil eines Wärmebehandlungsverfahrens, mit dem die Werkstoffeigenschaften geeigneter Stähle durch „Abschrecken“ bei tiefen Temperaturen verändert werden können.
Während sich der Ausdruck „Eishärtung“ historisch aus der Verwendung von Eiswasser gebildet hat, erfolgt diese Form der schnellen Abschreckung heute im Vakuum oder in flüssigen Gasen, typischerweise bei einer Temperatur von –80 °C. Nur spezielle Stähle sind für Eishärtungen und generell für thermische Härtungsverfahren geeignet. In der Tradition der Stahlverarbeitung findet man solche Härtungsverfahren zum Beispiel bei der Herstellung von Messerklingen. Die entsprechenden (martensitischen) Stähle sind in der Regel nicht korrosionsbeständig und müssen entsprechend gepflegt werden.
Modernere Entwicklungen haben jedoch auch Stähle hervorgebracht, die nach einer solchen Härtung noch über eine beachtliche Korrosionsbeständigkeit verfügen. Die erste Serie unseres Duochronographen 756 wurde 2002 aus einem solchen Stahl gefertigt und einer Eishärtung unterzogen.
Seit 2003 wurde das Eishärtungsverfahren durch die TEGIMENT Technologie ersetzt, da sich zum einen die durch die Eishärtung erzielt Korrosionsbeständigkeit beim Kontakt mit Hautschweiß und Meerwasser als nicht befriedigend erwies und zum anderen eine hohe Neigung zur Aufmagnetisierung besteht, die negative Auswirkungen auf funktionsrelevante Uhrwerkteile haben kann.
Das Verfahren der TEGIMENT Technologie wird auf nicht magnetisierbare, hochwertige Edelstähle angewandt und bringt eine Optimierung der Korrosionsbeständigkeit mit sich. Zusätzlich konnte eine für die Kratzfestigkeit maßgebende höhere Oberflächenhärte erzielt werden.
Trifft Licht auf eine Glasfläche, so findet dort eine Aufspaltung in zwei Teile statt: der eine Teil wird als Reflex zurückgeworfen, der andere geht durch das Glas hindurch. Die Reflexionen sind für die Ablesbarkeit der Uhr äußerst störend. Sie reduzieren sowohl die Lichtdurchlässigkeit des Glases als auch die Klarheit des Bildes. Lichtschleier und Reflexbilder können bei unentspiegelten Gläsern unter Umständen dominanter wirken als das eigentliche Zifferblatt.
Die Entspiegelung von Gläsern beruht im Prinzip auf einer sehr dünnen Beschichtung mit einem geeigneten durchsichtigen Fremdmaterial. Diese Schicht wird üblicherweise auf die zu entspiegelnden Gläser im Vakuum aufgedampft. Dadurch findet die gerade erwähnte Aufspaltung des Lichtes nicht nur an der Glasoberfläche, sondern zusätzlich an der Oberfläche der dünnen Entspiegelungsschicht statt. Der dort reflektierte Anteil überlagert sich mit dem vom Glas reflektierten Licht. Die Schichtdicke ist nun so bemessen, daß sich die beiden an den verschiedenen Oberflächen reflektierten Lichtanteile durch ›destruktive Interferenz‹ gegenseitig auslöschen. Destruktive Interferenz bedeutet vereinfacht gesagt, daß zwei Wellen, die so zueinander verschoben sind, daß immer der Wellenberg der einen Welle auf ein Wellental der anderen Welle trifft, sich gegenseitig auslöschen. Eine solche Verschiebung entsteht, weil das an der Glasoberfläche reflektierte Licht, bevor es zur Überlagerung kommt, einen etwas weiteren Weg zurücklegen muß als das an der Schichtoberfläche reflektierte. Voraussetzung für die Auslöschung ist außerdem, daß beide Wellen die gleiche Amplitude besitzen. Um einen Entspiegelungseffekt bei verschiedenen Wellenlängen (Farben) des Tageslichtes zu realisieren, bedarf es einer Mehrfachbeschichtung mit verschieden Schichtarten und -dicken.
Bei Sinn werden Saphirkristalldeckgläser stets entspiegelt, um eine optimale Ablesbarkeit zu garantieren. Um die Zifferblätter farbgetreu erscheinen zu lassen, werden zudem möglichst farbneutrale Entspiegelungsschichten angestrebt, die sich mit einer präzis gesteuerten Beschichtungstechnologie herstellen lassen.
Bei unseren Modellen 900, T1, T2, U1, U2, U1000 und UX kommt eine besonders harte und glasähnliche Anti-Reflexionsbeschichtung zum Einsatz. Sie erreicht mit 1800 bis 1900 HV nahezu die Härte von Saphirkristallglas (ca. 2000 HV) und wird mit Hilfe einer speziellen Sputtering-Technik aufgebracht. Die Reflexion wird mit dieser Technologie auf weniger als 0,5 % reduziert.
Dünne Schicht aus einem perfluorierten Kunststoff (zum Beispiel Teflon), die auf einige Teile der Hemmung aufgetragen wird, um das Uhrenöl am Zerfließen zu hindern. Ein Epilam wirkt ölabweisend.
Ein grundsätzlich beidseitig drehbarer, eventuell minutenweise rastender Drehring.
Neben der Hauptmarkierung kann eine Minuteneinteilung im Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn (Count-Down- Zählung) aufgebracht sein. Ein Fliegerdrehring muß mit Handschuhen bedienbar sein. Im Rahmen des TESTAF ist ein beidseitig drehbarer Drehring mit mindestens einer nachleuchtenden Markierung sowohl für den Flugbetrieb nach Sichtflugregeln als auch nach Instrumentenflugregeln zwingend vorgeschrieben.
Der Ausdruck „Fliegeruhr“ wird in der Literatur und von den Uhrenherstellern uneinheitlich und unscharf verwendet. Nach dem allgemeinen Verständnis ist eine Fliegeruhr durch gewisse traditionelle Gestaltungsmerkmale bestimmt, wie ein schwarz-weißes Zifferblatt mit markanter, dreiecksförmiger 12 Uhr-Markierung.
Auch bei SINN wird für Fliegeruhren eine möglichst klare Ablesbarkeit realisiert. Außerdem müssen, insbesondere die Saphirkristallgläser aller SINN-Fliegeruhren, unterdrucksicher bis 0,2 bar sein. Dies entspricht einer Flughöhe von ca. 12.000 m.
Für den professionellen Einsatz von Armbanduhren im Flugbetrieb hat das Fluglabor der FH Aachen auf Initiative von Sinn Spezialuhren einen Technischen Standard ( TESTAF) vorgelegt, der einen präzisen Anforderungskatalog enthält und eine entsprechende Zertifizierungspraxis regelt. Die ersten nach TESTAF zertifizierten Uhren waren die SINN-Chronographen EZM10 TESTAF, 103 Ti UTC TESTAF, 103 Ti TESTAF, sowie 2013 das Modell 857 UTC TESTAF.
Das den Tagesleuchtfarben zugrundeliegende Phänomen der Lumineszenz.
Gewöhnliche Farben reflektieren einen Teil des auf sie einfallenden Sonnen- bzw. Kunstlichts und sind dadurch für das Auge sichtbar. Tagesleuchtfarben hingegen senden zusätzlich zur einfachen Reflexion Licht aus, das diesen Farben eine typische Leuchtkraft verleiht. Aus dem Alltag sind vor allem Textmarkierstifte bekannt, die diesen Effekt ausnutzen. Das zusätzliche Licht strahlen fluoreszierende Farben nur solange ab, wie sie einer Lichtquelle ausgesetzt sind. Winzige Nachleuchteffekte (im Bereich von Millionstel Sekunden), die auch bei Fluoreszenz vorkommen, werden vom Auge nicht wahrgenommen. Dagegen beruhen Nachleuchtfarben, mit denen Zifferblätter, Zeiger oder Leuchtdreiecke bei Dunkelheit erkennbar gemacht werden, auf dem Effekt der Phosphoreszenz.
Elektrolytisches Abscheiden von metallischen dünnen Schichten zum Zweck der dekorativen Veredelung von Oberflächen oder zum Schutz vor Korrosion. Beim Galvanisieren wird ein elektrisch leitendes (ggf. leitfähig gemachtes) Werkstück mit der dünnen Schicht eines Fremdmaterials überzogen. Dies geschieht in einem speziellen Tauchbad und mit Hilfe von elektrischem Stromfluß. Schichten aus Kupfer, Nickel, Silber oder Gold werden mit Hilfe der entsprechenden Metallsalze (Kupfer-, Nickel-, Silbersalze) auf elektrolytischem Wege hergestellt. Zum Herstellen von glänzenden Chromüberzügen verwendet man hingegen schwefelsaure Lösungen von Chromsäureanhydrid.
Löst man z. B. ein Silbersalz in Wasser und leitet durch diese Lösung einen elektrischen Strom, so wandern die vom Silbersalz gelieferten Silberionen zur Kathode (Minuspol) der Stromquelle und lagern sich dort (nach ihrer „Reduktion“) als neutrale Silberatome ab. Die zu galvanisierenden Gegenstände werden daher mit dem Minuspol der Stromquelle verbunden, d.h. als Kathode in die wässrige Lösung eingetaucht. Je länger man eine solche Tauchbadbehandlung durchführt, desto dicker wird die galvanisch aufgebaute Beschichtung.
Um die Ionen-Konzentration in der Lösung konstant zu halten, wird zusätzlich eine Anode (Pluspol bzw. Target) aus dem Beschichtungsmaterial (z. B. Silber) verwendet. Sie löst sich während des Galvanisierens allmählich auf und muß daher von Zeit zu Zeit ersetzt werden.
Gewöhnliche galvanische Schichten sind relativ weich und damit empfindlich gegenüber Kratzern oder Stößen. Es gibt aber auch Verfahren, mit denen Vergoldungen Oberflächenhärten von bis zu 380 HV erreichen. Wir setzen galvanisch aufgebrachte Schichten vorrangig zur Veredelung von Zifferblättern und Innendrehringen ein. Hier zeichnet sich das Verfahren gegenüber einer Lackierung durch höchste dekorative Brillanz und durch eine außerordentliche UV-Farbbeständigkeit (Alterungsbeständigkeit) aus.
Bezeichnung für eine Berylliumbronze, die als Werkstoff für den Unruhreif einer chronometerfähigen (siehe Chronometer) Hemmung geeignet ist.
Gewöhnliche metallische Werkstoffe, die im Uhrwerkebau Einsatz finden, wie Stahl oder Messing, dehnen sich bei Temperaturanstieg so stark aus, dass sich das Trägheitsmoment des Unruhreifs (siehe Unruh) dadurch deutlich verändern würde. Dies wirkt sich unmittelbar auf den Gang der Uhr aus. Aus diesem Grund wird bei hochwertigen Schwingsystemen der Unruhreif aus Berylliumbronze gefertigt. Der dabei noch auftretende Temperaturfehler wird von einer Spiralfeder aus Nivarox mitkompensiert.
Andere Möglichkeiten für die Werkstoffwahl des Unruhreifs sind technische Keramiken. Wegen der aufwendigen Verarbeitung sind sie aber auf dem Markt sehr selten zu finden.
Greenwich Mean Time. Die astronomisch definierte Ortszeit in Greenwich, welche als Weltzeit festgelegt wurde.
Die GMT verdankt ihre Entstehung der sogenannten Meridiankonferenz vom 1. Oktober 1884 in Washington. Damals beschlossen 25 Länder der Erde eine verbindliche Zeitzonenregelung, um vor allem dem internationalen Schiffsverkehr eine sinnvolle Hilfestellung zu geben. Seitdem ist die Welt in 24 Zeitzonen unterteilt; benachbarte Zonen unterscheiden sich (abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen) genau um eine Stunde. Der Nullmeridian verläuft durch Greenwich (bei London). Diese Zeitzone wurde als einheitliche Weltzeit, GMT oder Greenwich-Time definiert.
Da die einzelnen Zeitzonen als astronomische Ortszeiten definiert werden, handelt es sich bei der GMT im Unterschied zur UTC um eine astronomisch verankerte Zeit. Die Sekunde wird als der 86.400ste Bruchteil des mittleren Sonnentages festgelegt, 12.00 Uhr durch den Sonnenhöchststand. Vom Nullmeridian nach Westen und nach Osten gehend sind die Meridiane aufsteigend numeriert, bis zum 180. Längenkreis. Der 180. Längengrad trennt die beiden Tage voneinander, weshalb er Datumsgrenze genannt wird.
Faktisch hält man sich nicht an diese theoretische Zoneneinteilung. Während z. B. Rußland in mehrere Zeitzonen unterteilt ist, verwendet China nur eine einzige Zone, obwohl sich dieses Land über ca. 60 Längengrade ausdehnt. Es ist auch eine politische Entscheidung, in welcher Zeitzone ein Land liegt und ob es mehrere Zeitzonen beinhaltet.
Bei Uhren ist die Bezeichnung GMT oder UTC der Hinweis darauf, dass eine zweite Zeitzone abgelesen werden kann
Als Härte bezeichnet man den Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines anderen entgegensetzt.
Die Mohs-Härte-Skala in der jedes Mineral vom folgenden geritzt wird:

Die Härte wird mit verschiedenen Verfahren gemessen, auf die mit verschiedenen Skalenbezeichnungen („Vickers“, „Rockwell“ usw.) hingewiesen wird. Für viele Zwecke begnügte man sich früher mit der Mohs-Härte-Skala (siehe oben). Sie ist allerdings sehr grob, da der gesamte Härtebereich mit Werten zwischen 1 bis 10 abgebildet wird. Am gebräuchlichsten sind heute die Härteprüfverfahren nach Vickers, Rockwell und Brinell. Dies sind sämtliche Eindringverfahren, bei denen ein kleiner Testkörper (zum Beispiel eine Diamantpyramide) in die zu vermessende Oberfläche mit einer definierten Kraft eingedrückt wird. Aus der Tiefe bzw. Fläche des entstehenden Eindrucks lässt sich die Härte bestimmen. Eine der ersten Formen der Härtemessung stellt die oben erwähnte Mohs-Härte-Skala dar. Bei dieser handelt es sich um eine relative Ritzhärte-Skala, eingeführt vom Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Härteskala nach Mohs ist eine relative Härteskala von 1 bis 10, welche speziell für die Bestimmung von Mineralien eingeführt wurde. Die Skala beruht auf folgender Regel: Wenn sich zwei Mineralien nicht gegenseitig ritzen, besitzen sie die gleiche Härte. Lässt sich ein Mineral von einem Mineral der Skala nicht ritzen, wird aber von dem nächsthärteren Mineral geritzt, so liegt seine Mohs-Härte zwischen den beiden Härtezahlen der betroffenen Mineralien. Am oberen Ende der Skala befindet sich der Diamant mit dem Wert 10, am anderen Ende der Talk.
Verglichen mit der Vickershärte erweist sich die Mohs-Härte als ungenau und nicht linear. Der Härteunterschied zwischen Korund und Diamant beträgt bis zu 8.000 Vickers. In der Mohs-Härte-Skala hat dieser Härteunterschied den Wert 1. Dagegen sind Mineralien, deren Vickershärte viel näher beieinander liegen, wie etwa Quarz und Korund, auf der Mohs-Skala zwei Punkte voneinander entfernt.
Die Mohs-Härte wird aus diesem Grund für werkstoffkundliche Angaben nicht benutzt. Sie ist aber eine praktische Hilfe bei der Bestimmung von Mineralien.
Bei der Vickershärte handelt es sich um eine sehr gebräuchliche Angabe für die Härte eines Werkstoffes. Das zugehörige Messverfahren schreibt vor, eine kleine Diamantpyramide unter verschiedenen Prüflasten in den Prüfkörper einzudrücken.
Man misst jeweils die Diagonale des so erzeugten Eindrucks und bildet den Mittelwert. Daraus wird die Härte berechnet.
Beispiele für Härten:
Edelstahl : ungefähr 200 bis 240 HV
Titan Grade 2: ungefähr 210 HV
Titan Grade 5: ungefähr 350 HV
Gehärtetes Mineralglas : ungefähr 800 bis 900 HV
Saphirkristallglas : ungefähr 2.000 HV
Diamant: > 4.500 bis 10.000 HV
Der Teilmechanismus eines Uhrwerks, der ein unkontrolliertes Ablaufen des unter Spannung stehenden Räderwerks periodisch hemmt, so daß ein gleichmäßiger Gang zustande kommt.
Zugleich liefert die Hemmung auch neue Energie an das Schwingsystem (Spiralfeder), wodurch die unvermeidlichen Reibungsverluste ausgeglichen werden. Moderne Armbanduhren enthalten in aller Regel die Schweizer Ankerhemmung (siehe DIAPAL-Technik). Sie besteht aus dem Zusammenspiel eines Ankers mit einem Ankerrad. Das Ankerrad steht unmittelbar mit dem Sekundenrad im Eingriff, auf dessen Welle der Sekundenzeiger aufgesteckt ist. Der Anker wird von der hin- und herschwingenden Unruh in ein ebenfalls gleichmäßiges Hin- und Herkippen versetzt. Dadurch greift er mit seinen Rubin-Paletten periodisch in das Ankerrad ein, blockiert seine Drehung für kurze Zeit und gibt sie für kurze Zeit (während des Hin- und Herkippens) wieder frei. In einer Sekunde ergeben sich dabei (bei einer Halbschwingungszahl von 28.800/h) acht kleine Schritte des Sekundenzeigers.
Die Schweizer Ankerhemmung ist als Konstruktion hochbewährt. Sie bedarf allerdings zu ihrer einwandfreien Funktion der Schmierung. Die Alterung des Öls macht sich an der Hemmung besonders deutlich bemerkbar. Daher wurde bei Sinn die DIAPAL-Technik entwickelt. Sie ermöglicht eine ölfrei arbeitende Hemmung.
Instrumentenflugreglen (engl. instrument flight rules).
Man unterscheidet im Flugverkehr zwischen Sichtflug- und Instrumentenflugregeln ( VFR). Beim Instrumentenflug wird auf eine visuelle Orientierung (soweit möglich) zwar in der Praxis nicht verzichtet. Aber das gesamte Flugverhalten ist grundsätzlich von einer Bezugnahme auf äußere Anhaltspunkte abgelöst geregelt (mit Ausnahme der Start- und Landephase). Stattdessen basieren die Flugmanöver während des Instrumentenflugs auf den Bordinstrumenten und auf der Abstimmung mit der Flugüberwachung am Boden. Für Instrumentenflüge muss außerdem ein detaillierter Flugplan existieren, welcher der Flugsicherung vor Abflug vorliegt. Die Navigation im Instrumentenflug erfolgt regelgemäß mit GPS oder Funkfeuer. Eine Uhr wird jedoch zur Abstimmung spezieller Verfahren, wie Holding, Procedure Turn o. Ä., eingesetzt.
Der Instrumentenflug ist wegen des Wegfalls visueller Orientierung weitgehend wetterund tageszeitunabhängig. Daher beruht der planmäßige Ablauf des gewerblichen Flugverkehrs wesentlich auf IFR. In Europa gibt es eine Regelung, unter welchen Bedingungen der gewerbliche Flug nach IFR oder VFR durchzuführen ist. In jedem Einzelfall ist eine Freigabe der länderspezifischen Aufsichtsbehörde einzuholen.
Im TESTAF werden die Anforderungen an Armbanduhren nach den Flugregeln unterschieden. Für den Instrumentenflug wird neben dem Drehring eine Chronographenfunktion gefordert, welche die Ausführung von kurzzeitgesteuerten Flugmanövern erleichtert.
Korrekturintervall bei Quarzwerken.
Um die Ganggenauigkeit von Quarzwerken zu optimieren, wurden in Laufe der Entwicklungen verschiedene Verfahren eingesetzt. Früher versuchte man den Quarz möglichst genau zu fertigen, nachzuschleifen oder durch aufgedampfte Goldschichten und nachträglichen Laserabtrag die gewünschte Schwingfrequenz präzise einzustellen. Heute werden Quarzkristalle so geschliffen, daß zunächst ein deutlicher Vorgang des Uhrwerks resultieren würde. Dieser Vorgang wird für jedes einzelne Werk bei Raumtemperatur gemessen. Anschließend wird das jeweilige Werk so programmiert, daß im Zyklus von 1 bis 4 Minuten (je nach Kaliber) eine Korrektur des Vorgangs eingeleitet wird. Das Werk wird gewissermaßen kurzzeitig „angehalten“, um den Vorgang der Quarzschwingung auszugleichen.
Bei Quarz-Chronometerwerken greift zusätzlich eine Temperaturkompensation. Mit Hilfe eines Temperatursensors auf der Uhrwerksplatine wird die aktuelle Temperatur in der Uhr ermittelt und daraus ein für diese Temperatur abgestimmter Korrekturwert errechnet. Der nach Ablauf des Inhibitionszyklus wirksam werdende Korrekturwert ist also bei Quarz-Chronometerwerken nicht mehr konstant, sondern wird laufend an die aktuelle Uhrwerkstemperatur angepaßt.
Beschichtung für Zifferblätter und Zeiger von Uhren, die im Dunkeln abgelesen werden sollen.
In der Vergangenheit war das radioaktive Leuchtmittel Tritium (³H) vorherrschend. Heute finden fast ausschließlich inaktive Leuchtfarben, wie Superluminova Verwendung. Diese werden durch Lichteinstrahlung aufgeladen und zeigen einen zeitlich begrenzten Nachleuchteffekt (Phosphoreszenz). Vereinzelt (EZM10, NaBo) kommen auch Tagesleuchtfarben (Fluoreszenz) zur Anwendung.
Lichtabstrahlung, die ihre Ursache nicht in der temperaturspezifischen Wärmestrahlung eines Körpers hat.
Während die Sonne oder die Glühwendel einer klassischen Glühbirne ihr Licht infolge einer entsprechend hohen Temperatur abgibt, kommen bei lumineszenten Substanzen andere Prozesse zum Zuge, die Licht auf „kaltem“ Wege erzeugen. Zwei für technische Anwendungen bedeutende Varianten der Lumineszenz sind die Phosphoreszenz und die Fluoreszenz. In beiden Fällen wird die „kalte“ Abstrahlung von Licht, also die Lumineszenz, durch eine geeignete Einstrahlung von Licht, Kunstlicht oder Sonnenlicht, verursacht. Die dabei jeweils zugrunde liegenden Effekte sind eng verwandt und können nur mit anspruchsvollen physikalischen Begriffen unterschieden werden. Da in der Anwendung jedoch phosphoreszierende Pigmente möglichst lange (im Bereich von Stunden) nachleuchten sollen, während fluoreszierende Pigmente dies überhaupt nicht tun, lässt sich vereinfacht sagen, dass die Tagesleuchtfarben den Effekt der Fluoreszenz darstellen, während die Phosphoreszenz für die Nachleuchteffekte steht.
Gegen Magnetfeldeinflüsse abschirmendes Uhrengehäuse. Siehe Sinn Technologie Magnetfeldschutz.
Kräfte, die sich im Alltag durch Anziehung bzw. Abstoßung von magnetisierten Gegenständen äußern. Mögliche Störquelle für den Gang einer Uhr.
Magnetfelder kommen in unserer Umwelt immer häufiger vor. Während das Erdmagnetfeld keine Gefahr bedeutet, können Magnetfelder von Lautsprechern, Türschließern, Verschlüssen oder ähnlichem eine mechanische Uhr nachhaltig in ihrem Gang stören. In einer Untersuchung von fast 1000 Uhren, die im Rahmen des hauseigenen Sinn-Kundendienstes durchgeführt wurde, erwiesen sich ca. 60 % der Uhren als magnetisiert, davon die Hälfte, also 30 %, mit starken Magnetfeldfehlern. Teilweise konnten die Gangfehler allein durch eine Entmagnetisierung behoben werden.
Die Hauptfehlerquelle für magnetische Beeinträchtigungen des Uhrengangs liegt in einer aufmagnetisierten Nivarox- Spiralfeder, also dem taktgebenden Organ der Uhr. Zwar ist eine Nivarox-Spiralfeder den älteren Stahlfedern im Hinblick auf die Magnetfeldempfindlichkeit weit überlegen, denn Nivarox-Federn sind ›antimagnetisch‹ laut DIN 8309. Diese Forderung läßt aber im Falle einer relativ schwachen Magnetfeldexposition einen Gangfehler von +/- 30 Sekunden pro Tag zu, was u. a. unverträglich mit Chronometernormen ist.
Sinn Markenzeichen als Abkürzung für den Begriff Navigationsborduhren. Navigationsborduhren sind vorgesehen für den Einbau im Cockpit eines Flugzeugs.
Chemisches Element, das als silberweißes, zähes Metall vorwiegend aus Magnetkies gewonnen wird.
Nickel ist ein wichtiger Legierungsbestandteil in vielen Stählen. Der Nickelgehalt liegt dort etwa zwischen 9 und 18 %. Nickelstähle sind außerordentlich hart und zäh. Sie werden für Werkzeuge und im militärischen Bereich (Panzerplatten, Geschützrohre) eingesetzt. In Verbindung mit Chrom ergeben sich sehr korrosionsbeständige Chrom-Nickel-Stähle.
Im Kontakt mit der Haut zeigen einige Menschen allergische Reaktionen.
Zur Vermeidung von Nickelallergien ist seit dem Jahr 2000 die Euro-Norm 1811 in deutsches Recht umgesetzt worden. Diese Norm definiert und regelt die sog. Nickellässigkeit.
Unter der Nickellässigkeit ist ein Maß für die Abgabe von Nickel an die Haut zu verstehen. Aufgrund dieser Nickelabgabe kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Die Norm besagt, daß auf einen Quadratzentimeter Haut innerhalb einer Woche nicht mehr als 0,5 µg Nickel abgegeben werden darf. Dieser Grenzwert darf von keinem Produkt, welches im direkten und längeren Kontakt mit der Haut steht, überschritten werden.
Die Stärke der Nickellässigkeit wird nicht etwa durch den Nickelgehalt eines Metalls bestimmt, sondern durch seine Korrosionsbeständigkeit. Nur im Zuge von Korrosionsprozessen kann Nickel in Form von Ionen oder Komplexen eine Stahlstruktur verlassen. In sehr korrosionsbeständigen Stählen bleibt Nickel daher auch im Falle eines relativ hohen Nickelgehalts stabil im Stahl gebunden. So wird auch in der medizinischen Implantat-Technik ein nickelhaltiger Edelstahl (Gehalt 12,5 % bis 15 %) verwendet, ohne daß hierbei allergische Reaktionen beobachtet würden. Bei Sinn verwenden wir diesen Stahl ebenfalls (DIN 1.4435). Seine Nickellässigkeit liegt um einen Faktor 50 unter dem von der EURO-Norm 1811 vorgeschriebenen Wert. Das entspricht 2 %.
Es gibt Stähle, die einen Restnickelgehalt von weniger als 0,2 % aufweisen. Hierbei handelt es sich nur noch um die in allen rostfreien Stählen meßbaren Verunreinigungsspuren von Nickel und nicht um einen Legierungsbestandteil. In diesem Fall sowie im Falle von Sinn speziell angebotener Gehäuseböden sprechen wir daher von nickelfreien Stählen, obwohl es sich genau genommen um nicht nickellegierte Stähle handelt.
Metallische Legierung, aus der hochfeine Spiralfedern hergestellt werden.
Mit dieser Legierung wird das Problem der temperaturbedingten Veränderung von Elastizität und Länge der Spiralfeder und der Unruh weitgehend gelöst. Mit zunehmender Temperatur wird eine metallische Feder eigentlich weicher und länger, auch der Durchmesser eines metallischen Rings (Unruh) nimmt geringfügig zu. Eine solche Veränderung der Werkstoffeigenschaften würde aber zu einem langsameren Schwingen der Unruh und damit zu einem Nachgehen der Uhr führen. Nivarox ist die (aus nicht variabel und oxydfest abgeleitete) Bezeichnung für die gebräuchlichste Legierungsart, aus der temperaturkompensierende (oder autokompensierende) Spiralfedern bestehen. Mit diesem Material löst man das Problem der Temperaturempfindlichkeit auf zweierlei Weise: Erstens verändert eine Nivarox-Feder im Temperaturbereich der Chronometernormen von vornherein nur relativ wenig ihre Länge und Elastizität. Zweitens wird der Rest an noch bestehender Temperaturabhängigkeit zum Teil durch Vorgänge im Inneren der Feder selbst kompensiert (daher auch auto-kompensierende Feder). Diese kompensierenden Vorgänge beruhen auf den magnetostriktiven Eigenschaften des Nickels, einem Element, das als Legierungsbestandteil in Nivarox-Federn enthalten ist.
Die magnetostriktive Wechselwirkung kommt unter bestimmten Bedingungen in Körpern zum Tragen, die (ferro)-magnetisch sind. Solche Körper weisen in ihrem Inneren eine Magnetfeldstruktur auf, die sich nicht unbedingt als äußeres Magnetfeld zeigt, da sich die inneren Felder der magnetischen Teilgebiete („Weißsche Bezirke“) wechselseitig aufheben. Die Körper befinden sich also permanent in einem inneren Magnetisierungszustand. Entscheidend ist nun, daß die jeweils vorherrschende Magnetfeldstruktur von der Temperatur des Körpers abhängt und eine Änderung dieser Struktur aufgrund der magnetostriktiven Wechselwirkung elastische Spannungen im Körper auftreten läßt, bzw. Körperverformungen bewirkt, welche diese Spannungen wieder neutralisieren.
Den Zusammenhang zwischen elastischen Spannungen und einem Magnetfeldeinfluß nennt man auch Magnetostriktion. Maßgebend sind zwei Sachverhalte: Erstens bewirkt eine Temperaturveränderung wie gesagt stets, daß sich der Magnetisierungszustand und damit der innere Spannungszustand der Feder ändert. Zweitens ist die Richtung des magnetostriktiven Effekts dem Temperaturverhalten von gewöhnlichen Materialien genau entgegengesetzt. Das bedeutet: nimmt die Temperatur zu, so wirkt die magnetostriktive Wechselwirkung in Richtung einer Verhärtung bzw. Verkürzung der Feder!
Diese beiden Punkte zusammengenommen führen letztlich dazu, daß im Falle einer Nivarox-Spiralfeder der Gang des Schwingsystems trotz Temperaturveränderung weitgehend konstant bleibt. Erhöht sich nämlich die Temperatur, so heben sich zwei Effekte zum Teil gegenseitig auf: der gewöhnlichen temperaturbedingten Erschlaffung und Verlängerung der Feder sowie der vergrößerten Trägheit des Unruhreifs wirkt eine magnetostriktive Verhärtung bzw. Verkürzung der Feder entgegen.
Eine Nivarox-I-Spirale in Verbindung mit einer Glucydur-Unruh liefert auf diese Weise einen („primären“) Temperaturfehler von weniger als einer halben Sekunde pro Grad Celsius am Tag.
Das Grundprinzip dieser Temperaturkompensation – die Verwendung ferromagnetischer Materialien – führt allerdings zu Anfälligkeiten gegenüber äußeren Magnetfeldeinflüssen, denn neben der Temperatur können natürlich auch äußere Magnetfelder den Magnetisierungszustand der Feder ändern und damit ihre Elastizität. Dies kann zu erheblichen Gangabweichungen führen, unter Umständen sogar zum Stillstand der Uhr (siehe Magnetismus).
24-Stunden-Zeiger, der zur Bestimmung der Himmelsrichtung als Richtungspfeil geformt ist.
Zur groben Bestimmung der Himmelrichtung bei Kenntnis des aktuellen Sonnenstandes erleichtert ein 24-Stunden-Zeiger, der synchron zum 12-Stunden-Zeiger läuft, das Vorgehen. Befindet man sich auf der Nordhalbkugel, richtet das Zifferblatt horizontal aus und dreht die Uhr so, dass der 12-Stunden-Zeiger (ohne Sommerzeitverstellung!) auf die Sonne weist, dann zeigt der 24-Stunden-Zeiger nach Norden. Auf der Südhalbkugel ist Nord gegen Süd zu vertauschen.
Zu beachten ist, daß je nach Jahreszeit, Breiten- und Längenkreis Abweichungen der ermittelten Richtung von der geographischen Nordrichtung von bis zu 25° möglich sind.
Das den Nachleuchtfarben zugrundeliegende Phänomen der Lumineszenz.
Gewöhnliche Farben reflektieren einen Teil des auf sie einfallenden Sonnen- bzw. Kunstlichts und sind dadurch für das Auge sichtbar. Die in phosphoreszierende Farben eingelagerten Leuchtpigmente werden durch Lichteinstrahlung energetisch aufgeladen und können draufhin für viele Stunden selbst als Lichtquelle arbeiten. Dieser Effekt wird zum Beispiel ausgenutzt, um Rettungswege in Gebäuden bei Stromausfall erkennbar zu halten oder Zeiger und Ziffern einer Uhr in der Dunkelheit noch ablesbar zu gestalten. Die Phosphoreszenz beruht nicht auf Radiaoaktivität. Die eingesetzten Materialien sind zudem ungiftig und verlieren im Unterschied zu radioaktiven Leuchtfarben auch langfristig ihre Leuchtfähigkeit nicht. Wir verwenden Nachleuchtfarben der Marke Superluminova. Diese Leuchtfarben sind speziell für die Anwendung in Uhren weiterentwickelt worden und werden hinsichtlich der Nachleuchtdauer und Intensität fortlaufend verbessert.
Die Pulsometer- bzw. Atemzählerskala ist eine Skala mit der Basis 15. Sie erlaubt ein Ablesen der Puls-oder Atemfrequenz, wenn Sie die Zeit von 15 Pulsschlägen bzw. Atemzügen stoppen. Zum Beispiel 15 Schläge in zehn Sekunden – Puls 90 pro Minute oder 15 Atemzüge in 36 Sekunden – Atemfrequenz 25 pro Minute. Dieser Messvorgang lässt sich allgemein auch zur Ermittlung von anderen Einheiten pro Minute verwenden. Sie messen die Dauer von 15 Einheiten und bekommen die Einheiten pro Minute angezeigt.
Kombinierte Pulsometer-/Tachymeterskala am Beispiel der 144 St DIAPAL
Unter der Bezeichnung PVD (Physical Vapour Deposition, deutsch: physikalische Abscheidung aus der Gasphase) faßt man bestimmte Verfahren zusammen, die zum Aufbringen von dünnen Hartstoffschichten dienen. Das Beschichtungsmaterial liegt bei diesen Verfahren zunächst als Festkörper vor, der durch Verdampfen oder Zerstäuben in den gasförmigen Zustand überführt wird, um sich dann auf dem Substrat ohne Veränderung seiner chemischen Zusammensetzung niederzuschlagen. Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens besteht in den relativ niedrigen Abscheidungstemperaturen, die ein großes Spektrum zu beschichtender Materialien zulassen.
Die Oberflächenhärte von im PVD-Verfahren aufgebrachten Beschichtungen beträgt je nach Schichtvariante 2000 bis 3000 HV und liegt damit deutlich über einer galvanisch aufgebrachten Verchromung (ca. 800 HV). Die möglichen Schichtdicken beginnen im Nanometerbereich und können bis zu einigen Mikrometern aufgebaut werden.
Nachteilig wirkt es sich aus, wenn solche dünnen Hartstoffbeschichtungen auf ungehärtete Materialien wie etwa Edelstahl oder Reintitan (180 bis 220 HV) aufgebracht werden. Aufgrund des großen Härteunterschieds zwischen der PVD-Schicht und dem Basismaterial kommt es bei Stößen und Kratzern zum sog. „Eierschaleneffekt“. Die Beschichtung bricht ein und legt das darunter befindliche andersfarbige Material frei.
Bei Sinn setzen wir PVD-Beschichtungen aus diesem Grund nur in Kombination mit unserer TEGIMENT-Technologie ein. Das harte TEGIMENT geht nicht sprungartig, sondern kontinuierlich in die Grundhärte des Gehäuse-Edelstahls über. Auf diese Weise wird ein Eierschaleneffekt vermieden.
Die Rechenschieberskala funktioniert nach dem Prinzip der logarithmischen Skaleneinteilung. Man kann damit multiplizieren und dividieren. Sie ist somit hilfreich bei Verbrauchsrechnungen, der Umrechnung von Einheiten und Währungen sowie für jegliche Dreisatz-Berechnungen.
Unter der Regulation versteht man die Arbeitsschritte, mit denen eine möglichst hohe Ganggenauigkeit einer Uhr erreicht werden soll.
Auch wenn die Fertigungsqualität der Zahnräder, Lager und Zapfen entscheidend für den stabilen Gang einer Uhr ist, werden die diesbezüglichen Herstellungsschritte im Allgemeinen nicht als Teil der Regulation aufgefaßt.
Die am Ende der Regulation stehende Rückerkorrektur, die oft mit einer Regulation identifiziert wird, ist andererseits nur auf der Basis einer guten Gesamtregulation erfolgreich.
Die Regulation ist eine Einstellarbeit, die in vier Schritten erfolgt: Das Zentrieren der Spiralfeder, das Einstellen der Hemmung, das Auswuchten der Unruh, das Einstellen des Rückers.
Bei der Regulation können neben den verschiedenen Prüflagen auch Temperaturen berücksichtigt werden. Dies verlangt insbesondere die Regulation eines Chronometers.
Eine Vorrichtung, mit welcher der Gang einer Uhr eingestellt werden kann.
Rückervorrichtung montiert auf Unruhkloben.
Eine Rückerkorrektur verändert die wirksame Federlänge der Spiralfeder des Schwingsystems. Bevor die Spiralfeder an ihren äußeren Befestigungspunkt stößt, verläuft sie durch einen Spalt, der von zwei eng zusammenstehenden Stiften gebildet wird. Das Federstück zwischen Spalt und dem äußerem Befestigungspunkt ist von der freien Schwingung der Feder ausgenommen. Wird der Spalt im Zuge einer Rückerkorrektur in seiner Lage verschoben, so verändert sich daher auch die aktive Federlänge. Die Uhr geht dann je nach Richtung der Änderung schneller bzw. langsamer.
Ein Uhrenglas aus künstlich gezüchtetem Saphirkristall. Saphirkristallglas besteht aus monokristallinem Aluminiumoxyd (Al2O3). Mit 2000 HV auf der Vickers Härteskala darf es als kratzfestes Uhrenglas bezeichnet werden. Es ist zudem erheblich bruchsicherer als ein Mineralglas.
Eine Spezialität des anspruchsvollen Uhrenbaus.
Saphirkristall ist aufgrund seiner außerordentlichen Härte das bevorzugte Material für hochwertige Uhrengläser. Die Herstellung von Uhrengläsern aus Sapirkristall erweist sich jedoch als wesentlich anspruchsvoller als die von Gläsern aus Mineral- oder Kunststoff.
Durch aufwändige Schneid- und Schleifprozeduren werden für unsere hochgewölbten Sapirkristallgläser bis zu fünf Krümmungsradien realisiert – eine Spezialität, die hier kurz im Vergleich zu gewöhnlichen Glasformen verdeutlicht werden soll.
Flache Saphirkristallgläser weichen in ihrer Endgestalt nicht wesentlich von der vorausgehenden Rohlingsgestalt ab. Diese Gläser können als Scheiben direkt aus einem Zylinder geschnitten und anschließend plan poliert werden.
Schnitt durch ein flaches Saphirkristallglas.
Einfach gewölbte Saphirkristallgläser verlangen bereits einen dickeren Rohling als es der letztendlichen Glasstärke entspricht. Die Glasform wird allerdings nur durch einen einzigen Wölbungsradius gebildet, so daß der Schleifvorgang noch relativ einfach bleibt.
Schnitt durch ein gewölbtes Saphirkristallglas.
Ein hochgewölbtes Saphirkristallglas für das Modell 356 ist dem angebotenen Acrylglas nachgebildet und beinhaltet fünf verschiedene Krümmungsradien. Zur Herstellung der hochgewölbten Innenund Außenform müssen daher speziell auf die vorliegenden Radien zugeschnittene Schleifwerkzeuge angefertigt werden.
Das hochgewölbte Saphirkristallglas des Modells 356.
Die Rohlingsdicke des Saphirkristallglases für unser Modell 356 beträgt rund 5 mm und ist damit um ein vielfaches höher als der Rohling eines gewöhnlichen Flachglases. Aus diesem Rohling muß zunächst die Endform herausgeschliffen und anschließend aufwendig poliert werden.
Rohling für das Saphirkristallglas mit Andeutung des
späteren Glases.
Bei dieser Hartstoffbeschichtung handelt es sich um eine Beschichtung mit TiAlCN (Titan-Aluminium-Carbo-Nitrit) durch ein sogenanntes PVD-Verfahren. Diese Schicht weist eine Härte von über 2000 HV auf.
Siehe Sinn Technologie Schwarze Hartstoffbeschichtung.
Vorrichtung zum Anhalten des Uhrwerks, um ein sekundenganuers Einstellen der Uhrzeit zu ermöglichen.
Der Sekundenstopp ist zunächst von der Stoppsekunde zu unterscheiden. Sie Stoppsekunden wird vom Benutzer der Uhr durch Betätigen eines Drückers bedient und erlaubt das Abstoppen von Zeitintervallen durch eine zusätzliche Anzeige, ohne die Anzeige der aktuellen Uhrzeit dadurch zu verlieren. Diese Funktion ist den Chronographenwerden vorbehalten. Der Sekundenstopp hingegen findet sich auch bei Drei-Zeiger-Werken (Stunde, Minute, Sekunde) und wird druch Ziehen der Krone in die Stellposition ausgelöst. Ein mit der Krone verbundener Hebelmechanismus bremst die Schwingung der Unruh in der Regel dirket am Unruhreif ab und hält so das Uhrwerk unverzüglich an. Nach dem Stellen der Zeiger kann die Uhr mit Hilfe eins Zeitzeichens sekundengenau gestartet werden.
Taschenuhrkaliber sind in der Regel nicht mit einem Sekundenstopp ausgestattet. Für unsere Modellreihen 6100 REGULATUER und 6100 haben wir jedoch die erforderlichen umfangreichen Umbaumaßnahmen durchgeführt, um die Möglichkeit einer sekundengenauen Einstellung zu integrieren.
Siehe Sinn Technologie unverlierbarer Sicherheitsdrehring.
Für Sinn entwickeltes vollsynthetisches Spezialfett zur Applikation bei Dichtungsringen, das an den Einsatzbereich von -45 °C bis +80 °C angepaßt ist.
Ein mit diesem Dichtungsfett behandelter Dichtungsring zeigt bei gleicher Verpressung und Temperatur eine erheblich niedrigere Gasdurchlässigkeitsrate als ein ungefetteter Ring. Außerdem wird die Alterungsbeständigkeit der Dichtungen weiter erhöht.
Der Einsatz von EDR-Dichtungen wird durch das Sinn Dichtungsfett 30-288 perfektioniert. Sinn-Uhren sind durch diese Maßnahmenkombination deutlich besser gegen eindringende Luftfeuchtegeschützt als jede konventionell abgedichtete Uhr.
Eigens für Sinn entwickeltes, hochwertiges vollsynthetisches Spezialöl. Seine hervorragenden Eigenschaften bei niedrigen bzw. hohen Temperaturen ermöglichen den Gang der Uhr von -45 °C bis +80 °C.
Ein spiralförmig gewundener flacher Draht, welcher zusammen mit der Unruh das Schwingsystem einer mechanischen Armbanduhr bildet. In modernen Armbanduhren befindet sich in der Regel eine 12 bis 15-fach gewundene Flachspirale, d. h., sämtlicheWindungen liegen in einer Ebene. Die meisten Spiralfedern bestehen außerdem aus einer metallischen Legierung mit der Bezeichnung Nivarox.
Die Spiralfeder ist mit der Drehachse der Unruh fest verbunden und liefert die abbremsenden und beschleunigenden Kräfte, die erforderlich sind, um den Unruhreif gleichmäßig hin- und herschwingen zu lassen. Die dabei durch Reibung verlorengehende Energie wird über die Hemmung impulsweise zugeführt.
Spiralfeder (hier Breguet-Spirale).
Uhren, die als stoßsicher bezeichnet werden dürfen, müssen den Anforderungen der DIN 8308 genügen. Die Prüfvorrichtung sieht einen Hammerschlag mit einer Geschwindigkeit von 4,43 m/s vor. Die dadurch bewirkte Gangveränderung darf nicht mehr als +/- 60 Sekunden pro Tag betragen. Der Geschwindigkeitsbetrag von 4,43 m/s leitet sich aus einer Adaption der älteren Forderung ab, daß ein Sturz aus 1 m Höhe auf Hartholzparkett zu keinem Defekt des Uhrwerks führen soll. Unsere Uhren sind alle stoßsicher nach DIN 8308.
Abkürzung für die SÄCHSISCHE UHREN-TECHNOLOGIE GMBH GLASHÜTTE i. Sa.
Die SUG ist Hersteller hochwertiger Uhrengehäuse. Die SUG erhielt 2001 bisher als einziger deutscher Uhrengehäusehersteller eine Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9002.
Diese Norm verlangt ein hohes Qualitätsmanagement, das insbesondere durch die Anwendung geeigneter Prüfmittel sowie die lückenlose Rückverfolgbarkeit der eingekauften Materialien sicherzustellen ist.
Ein Großteil der Uhrengehäuse für Sinn wird in hervorragender Qualität bei der SUG in Glashütte, Sachsen, gefertigt und trägt die Gravur SUG als Kennzeichen.
Nachtleuchtfarbe für Ziffern und Zeiger, welche zu den inaktiven Leuchtfarben zählt, d.h. nicht radioaktiv ist. Die Leuchtwirkung beruht auf dem Prinzip der Phosphoreszenz.
Superluminova benötigt daher eine Aufladung durch äußeres Licht. Um die Nachleuchtkapazität der Farbpigmente voll auszuschöpfen, muß die Farbe zuvor vollständig aktiviert sein. Dies geschieht bei direkter Sonneneinstrahlung nach ca. 90 Minuten. Superluminova kann beliebig oft auf- und entladen werden, ohne an Speicherfähigkeit einzubüßen. Ein weiterer Vorteil gegenüber der radioaktiven Leuchtfarbe Tritium besteht darin, daß bei Superluminova keine altersbedingte Vergrauung oder Vergilbung eintritt.
Das SZ01 ist eine hauseigene Chronographenentwicklung auf Basis des bewährten Valjoux 7750. Die Entwicklung dieser Konstruktion begann im Jahr 2003.
Maßstab für den Umbau war es, die Ablesbarkeit der Chronographenfunktion signifikant zu erhöhen. Aus diesem Grund legeten wir unser Hauptaugenmerk auf die technische Realisierung eines springenden 60-Stoppminutenzeigers aus dem Zentrum. Durch diese Konstruktion ist es nun möglich, Stoppzeiten noch einfacher, schneller und genauer zu erfassen. Vorbild für dieser Art der klaren und eindeutigen Ablesbarkeit ist das bekannte Werk Lemania 5100.

Der EZM10 war die erste Uhr, in der das SZ01 zum Einsatz kam.
Unsere Neukonstruktion bringt unter dem Aspekt der Ablesbarkeit zwei Vorteile mit sich: Zum einen werden nun 60 anstelle der gewohnten 30 Minuten in einem Zeigerumlauf gezählt, zu anderen ist die zugeordneten Minutenstoppskala über den vollen Zifferblattdurchmesser zu sehen.
Chronographen-Entwicklung von Sinn auf Basis des Valjoux 7750.
Das SZ-Kaliber 02 ist eine aus der Entwicklung des SZ01 abgeleitete Werkmodifikation, die durch einen dezentralen 60-Minuten-Zähler gekennzeichnet ist.

Das SZ02 wurde erfolgreich in die U1000 eingesetzt.
Das Valjoux 7750 zeigt die Zählminute der Chronographenfunktion hingegen nur mit einem 30-Minuten-Zähler an. Stoppzeiten sind bei diesem Standardkaliber schwierig zu erkennen, da die Zwischenstellungen des Stundenzählers dicht bei den Stundenindexen liegen. Nur mit Hilfe dieses Zeigers läßt sich aber die Unterscheidung zwischen einer Minutenanzeige von 0 bis 30 und 30 bis 60 treffen. Das SZ02 erlaubt eine direkte Ablesung der Minuten im gesamten Bereich von 0 bis 60 Minuten, so daß der Stundenzähler nur noch mit Blick auf vollen Stunden abgelesen werden muß.
Das SZ02 wurde 2006 im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland im Gehäuse des 303 Fußballchronographen auf den Markt gebracht. Das Kaliber hat sich seitdem ausgezeichnet bewährt und bildet die sichere Grundlage für die perfekte Ablesbarkeit der Taucheruhr U1000.
Hauseigener Umbau des Taschenuhrkalibers Unitas 6498 in ein Uhrwerk mit Regulateuranzeige.
Eine Regulateuranzeige ist Präzisionsstanduhren nachempfunden, die zu Regulations- oder Beobachtungszwecken eine Feinminuterie mit großem Durchmesser besitzen. Aus Gründen der besseren Ablesbarkeit des Minutenzeigers arbeitet man hier mit einer dezentralen, kleinen Stunden- und Sekundenanzeige.
Die Stundenanzeige wurde aus dem Zentrum in Richtung 12 Uhr versetzt, ohne zusätzliche Reibungsverluste oder ein zusätzliches Zahnspiel einzuführen. Da das Kaliber Unitas 6498 von vornherein eine direkte „kleine Sekunden“ besitzt, ist das SZ04 die uhrwerktechnisch optimale Lösung einer Regulateuranzeige mit drei getrennt positionierten Zeigern für Stunde, Minute, Sekunde.
Hauseigener Chronographenumbau auf Basis des Valjoux 7750.

Das SZ05 wurde speziell für den Jubiläums-Chronographen von uns entwickelt.
Ziel des Umbaus war es, die Zifferblattanzeige so zu gestalten, dass sich die Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit deutlich erhöhen. Aus diesem Grund fokussierten wir uns bei der Kontruktion des SZ05 auf die Stoppminutenanzeige mit 60er Teilung bei 3 Uhr und die laufende Sekunde bei 9 Uhr. So entfällt das lästige Addieren der Stoppminute bei der sonst üblichen 30-Stoppminutenanzeige.
Mit der Tachymeterskala kann man auf einer Meßstrecke von 1 km die gefahrene mittlere Geschwindigkeit ablesen. Voraussetzung ist die Betätigung der Stoppfunktion bei Beginn und Ende der Strecke. Nach dem gleichen Prinzip können mit der Tachymeterskala auch Meilen pro Stunde (mph) abgelesen werden.
Tachymeterskala am Beispiel der 956 Klassik
Ein minutenweise rastender Drehring, der zum Schutz vor unbeabsichtigtem Verstellen nur einseitig drehbar ist. Ein Taucherdrehring muß außerdem mit Handschuhen zu bedienen sein. Neben einer Hauptmarkierung (z. B. Leuchtdreieck) kann eine im Uhrzeigersinn aufgebrachte Minuteneinteilung vorhanden sein.
Speziell für Tauchgänge gebaute Uhren, die gemäß DIN zusätzlich zur Wasserdichtigkeit und Druckfestigkeit mehrere Forderungen erfüllen müssen.
Unsere Taucheruhren entsprechen grundsätzlich den sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfungen nach der Taucheruhren DIN 8306.
In der DIN 8306 sind folgende Prüfkriterien enthalten:
– Ablesbarkeit
– Gangverhalten
– Antimagnetismus
– Stoßsicherheit
– Befestigungselemente
– Dichtheit bei Luftüberdruck
– Salzwasserbeständigkeit
– Skaleneinstellring bzw. Taucherdrehring
– Funktionssicherheit der Betätigungseinrichtungen
– Funktionssicherheit der Taucheruhr bei Wasserüberdruck
– Temperaturbeanspruchbarkeit
– einwandfreie Funktion der Betätigungseinrichtungen
– Dichtheit bei Wasserüberdruck
Wir legen großen Wert auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Anforderungen, da unsere Uhren für den den dauerhaften professionellen Einsatz konzipiert werden.
Taucherausrüstungen, wie Druckluftflaschen und Atemgeräte, die gemäß den Europäischen Normen EN 250:2000 bzw. EN14143:2003 zugelassen sind, werden verschiedenen Prüfungen unterzogen, um ihre Funktion bei tiefen Temperaturen und hoher Luftfeuchte sicherzustellen.
Der Germanische Llyod Hamburg hat in unserem Auftrag 2006 diese Normen für den Anwendungsfall „Armbanduhr“ adaptiert. Unsere Taucheruhren werden damit erstmals auch formal als Bestandteil einer Tauchausrüstung aufgefaßt und entsprechend geprüft.
Die Prüfungen werden in regelmäßigen Abständen wiederholt und dokumentiert, um die Konstanz der Qualität sicherzustellen.
SINN-Markenzeichen für Edelstahl- und Titanoberflächen mit besonders hoher Härte bzw. Kratzfestigkeit. Die TEGIMENT-Technologie wird bei SINN-Uhren seit 2008 mit einem eigenen Logotype gekennzeichnet.
Siehe Sinn Technologie TEGIMENT.
Unter einer Temperaturkompensation versteht man Vorrichtungen oder Werkstoffkombinationen, welche temperaturbedingte Schwankungen möglichst klein halten.
Die zeitgebenden physikalischen Prozesse, die das Kernstück eines Uhrwerks bilden, unterliegen temperaturbedingten Schwankungen. So wird das Pendel einer Großuhr bei Erwärmung länger und vergrößert damit seine Schwingungsdauer. Auch die Drehschwingung einer Unruh verändert ihre Frequenz aufgrund von Temperaturschwankungen, weil die Spiralfederlänge, der Umfang des Unruhreifs sowie die Elastizität der Feder nicht temperaturunabhängig sind.
Verbreitet waren früher Bimetallkonstruktionen sowohl an Pendeln als auch an Unruhreifen. Dabei werden zwei Metalle unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten so kombiniert, daß sich bei Temperaturschwankungen zwei gegenläufige Ausdehnungseffekte kompensieren.
In einem modernen mechanischen Armbanduhrenwerk wird die Temperatur durch den Einsatz von Federn aus Nivarox kompensiert. In hochwertigen Quarz-Chronometern (siehe Chronometerqualität), wie in den Taucheruhren der Serie UX, arbeitet man hingegen mit einem Temperatursensor. Auf Grundlage der gemessenen Temperatur wird der Korrekturwert der Quarzschwingung im Rahmen seines Inhibitionszyklus laufend angepaßt.
Akronym für „Technischer Standard Fliegeruhren“.
Ein vom Fluglabor des Fachbereichs Luft- und Raumfahrt der FH Aachen auf Initiative von Sinn Spezialuhren vorgelegter Anforderungskatalog und die Schaffung einer Zertifizierungsstelle für Armbanduhren, die im professionellen Flugbetrieb eingesetzt werden.
Die Rolle einer Armbanduhr im Rahmen der zeitgenössischen Flugpraxis unterscheidet sich in Fragen der Sicherheit kaum von der Rolle der Taucheruhr im Rahmen der Tauchpraxis. In beiden Fällen liegen mit den Tauchcomputern bzw. den Bordinstrumenten primäre Zeitmessinstrumente vor. Es werden aber verbreitet Armbanduhren als Back-up-Geräte mitgeführt, die es im Falle des Versagens der primären Ausstattung ermöglichen, den Flug bzw. den Tauchgang
auf vorgesehene Weise oder im Sinne einer Notbeendigung durchzuführen.Trotz dieser Parallelität liegt mit der DIN 8306 zwar eine Normung des Begriffs Taucheruhr“ vor, eine gleichartige Regelung für den Begriff Fliegeruhr existierte bislang jedoch noch nicht. Der TESTAF soll diese Lücke schließen und formuliert alle Anforderungen, die eine Armbanduhr in der modernen Flugpraxis erfüllen sollte.
Der TESTAF kann kostenlos auf der Internetseite www.testaf.org eingesehen oder
heruntergeladen werden.
Titan eignet sich ideal als Werkstoff für Armbanduhren.
Denn es sind keine allergischen Reaktionen bekannt. Mit einem spezifischen Gewicht von etwa 4,5 g/ccm hat es nur 60 Prozent des Gewichts von Edelstahl (spezifisches Gewicht etwa 7,8 g/ccm). Aufgrund der geringen spezifischen Wärmekapazität und der geringen Wärmeleitfähigkeit nimmt dieses Material schnell die Körperwärme an. Das führt zu einem hohen Tragekomfort, vor allem in der kalten Jahreszeit. Die geringe elektrische Leitfähigkeit des Titans erhöht ebenfalls den Tragekomfort, da sie den elektrischen Spannungsausgleich zwischen verschiedenen Hautpartien am Handgelenk verringert.
Titan Grade 2: Hierbei handelt es sich um Reintitan mit der Werkstoffnummer 3.7035.
Titan Grade 5: Hierbei handelt es sich um eine hochfeste Titanlegierung mit der Werkstoffnummer 3.7165.
Verfeinertes System zur Gangregulierung eines Uhrwerks.
Mittels einer direkten Rückerkorrektur kann die genaue Gangeinstellung eines Uhrwerks oft nicht mit der gewünschten Präzision ausgeführt werden. Das Triovis-System ist eines der Feinregulationssysteme, mit denen die Gangeinstellung der Uhr optimiert werden kann. Die Rückerscheibe ist zu diesem Zweck mit einer sehr feinen Außenverzahnung versehen, in die eine ebenso feine Stellschraube eingreift. Die Rückerscheibe kann somit über die Drehung einer Stellschraube bewegt werden. Dies hat einen Vorteil sowohl für die dauerhafte Fixierung einer Rückerposition als auch für die Feinheit der Einstellmöglichkeit, weil das für den Rückerzeiger charakteristische Losbrechmoment hier weitgehend entfällt.
Radioaktive Leuchtfarbe für Zifferblätter und Zeiger.
Tritium ist ein ein Isotop des Wasserstoffs (³H), ein leichtflüchtiges Gas. Es ist schwach radioaktiv mit einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren.
Leuchtfarbe, die durch Tritium angeregt wird, benötigt keine Aufladung durch äußeres Licht. Das flüchtige Gas wird in einem Polymer (tritierter Kunststoff) gebunden und regt mit seiner Elektronen-Strahlung ein passives Leuchtmittel, zum Beispiel Zinksulfid, zur Emission von sichtbarem Licht an.
Bei einer wasserdichten, mit Saphirkristallglas ausgerüsteten Uhr ist keine Radioaktivität der Leuchtfarbe Tritium meßbar. Leuchtfarben mit radioaktivem Tritium sind für den jeweiligen Armbanduhrenträger völlig ungefährlich.
Von ThyssenKrupp entwickelter Spezialstahl für die Außenhüllen der weltweit modernsten nichtnuklearen U-Boote, der U-Boot-Klasse 212 der Deutschen Marine.
Unsere Taucheruhren der U-Serie sind komplett aus diesem Spezialstahl gefertigt.
Bei diesem Werkstoff handelt es sich um einen Vollausteniten mit außerordentlich hoher Festigkeit und von höchster amagnetischer Güte. Der Festigkeitswert erreicht über 155 % des gewöhnlich für Uhrengehäuse verwendeten Stahls AISI 316L.
Ein weiterer Vorteil dieses Stahls für die Herstellung von Taucheruhren besteht in seiner einzigartigen Seewasserbeständigkeit. Gewöhnlicher Gehäusestahl sollte nach jedem Seewasserkontakt mit Süßwasser abgespült werden, weil eine langfristige Einwirkung von Salzwasser unter ungünstigen Umständen zu Korrosion führen kann. U-Boot-Stahl ist hingegen völlig resistent gegenüber dauerhaftem Seewasserkontakt. Außerdem ist U-Boot-Stahl aufgrund seiner Duktilität extrem rißbeständig, was die Gebrauchssicherheit weiter erhöht.
Die Unruh bildet in Verbindung mit der Spiralfeder das Schwingsystem einer mechanischen Uhr.

Unruhreif mit Unruhfeder
Sie ist heute fast immer ein geschlossener metallischer Reif mit zwei oder drei Speichen. Mit der Unruhwelle ist die Spiralfeder fest verbunden. Dadurch kann die Unruh eine Drehschwingung ausführen, welche letztlich die Quelle für den gleichmäßigen Gang der Uhr ist.
Das Hin-und Herschwingen der Unruh wird mittels eines kleinen Rubinstiftes („Ellipse“) in ein Hin-und Herkippen des Ankers übersetzt. Der Anker wiederum hemmt in diesem Rhythmus das Ankerrad und damit das gesammte Räderwerk der Uhr (siehe Hemmung).
Die Unruh besteht in der Regel aus einer Legierung mit der Bezeichnung Glucydur. Dabei handelt es sich um eine Berylliumbronze. Der Einfluss der Temperatur wird durch dieses Material erhebelich reduziert. Der verbleibende Temperaturfehler wird duch die Nivarox-Spirale kompensiert.
Eine historisch ältere Form der Unruh ist die Schraubenunruh. Diese findet sich zunächst in der Gestalt der Kompensationsunruh, die zum Ausgleichen des Temperaturfehlers an zwei Stellen durchtrennt ist und über einen Bi-Metallaufbau verfügt. Aus dem Durchtrennen des Unruhreifs entstehen die beiden Unruh-„Flügel“. An den dort seitlich eingesetzten Stellschrauben konnte man den starken Temperaturfehler früherer, aus Stahl gefertigter Spiralfedern individuell ausgleichen sowie die Grundregulation einstellen. Zum Ausgleich dafür, dass die Spiralfeder bei Temperaturerhöhung weicher und länger wurde, machte man also die Trägheit der Unruh im gegenläufigen Sinne von der Temperatur abhängig: Auf Grund des Bi-Metalleffekts bogen sich die beiden Unruhflügel bei Temperaturerhöhung nach innen und verringerten dadurch ihre Trägheit, vergleichbar mit einem Eiskunstläufer, der zur Beschleunigung seiner Pirouette die Arme anlegt.
Auch monometallische Unruhen, die zur Grundregulation der Schwingungsdauer mit seitlichen Stellschrauben ausgestattet sind, werden bis heute im Sinne der Traditionshaltung geschätzt. Als Reminiszenz an diese Tradition der Uhrmacherei werden heute vor allem die Unruhen von Taschenuhrkalibern mit seitlichen Schrauben ausgestattet, was der Unruh ein hohes Trägheitsmoment verleiht und zu einer für Taschenuhren typischen Schwingungszahl von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde führt.
Während die Druckfestigkeit einer wasserdichten Uhr sich stets auf einen erhöhten Außendruck bezieht, wie er durch eine auf dem Uhrengehäuse lastenden Wassersäule entsteht, geht es bei der Unterdrucksicherheit um reduzierte Außendrücke, wie sie in großer Höhe über dem Meeresspiegel herrschen. Fällt der Druck außerhalb des Uhrengehäuses ab, so wirkt der Druckunterschied zwischen Gehäuseinnerem und dem Außenbereich als Kraft von innen nach außen. Damit in diesem Fall das Glas nicht aus dem Presssitz springen kann, bedarf es besondere konstruktiver Maßnahmen. (Fliegeruhren)
Äußerer Drehring, der durch eine spezielle Konstruktion vor Verlust geschützt ist.
Herkömmlicherweise werden Drehringe durch einen Einschnappmechanismus mit dem Gehäusekörper verbunden. Bei ungünstigen Stößen kann hierbei der Ring abspringen und die eingestellte Merkzeit verloren gehen. Zahlreiche unserer Uhren werden daher mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, welches diese Schwachstelle beseitigt.
Die Verliersicherungstechnik bei dem Taucherchronographen U1000 umfasst zusätzlich zur Unverlierbarkeit ein weiteres Sicherheitselement: die Verdrehsicherung. Siehe hierzu Sinn Technologie: unverlierbarer Sicherheitsdrehring.
Universal Time Coordinated (UTC) = koordinierte Weltzeit, seit 1975 (15. Generalkonferenz für Maß und Gewicht) die Grundlage sowohl für die gesetzliche Zeit als auch für wissenschaftlich-technische Anwendungen in der Astronomie, Navigation und elektronischer Kommunikation.
Die UTC-Skala ist keine astronomisch verankerte Zeit, sondern entsteht aus der Koordinierung von ca. 250 Atomuhren weltweit. Infolge der unregelmäßigen Erdrotation kommt es bei dieser Definition zu kleinen Abweichungen von der GMT-Zeit.
Da aber für Navigationszwecke ein Bezug auf die mittlere Sonnenzeit am 0. Längengrad notwendig ist, wird die UTC an die astronomisch verankerte GMT mit Hilfe einer Schaltsekunde angepaßt. Diese Anpassung erfolgt einmal pro Jahr, falls die Abweichung dieser beiden Zeiten auf mehr als 0,9 Sekunden angewachsen ist.
Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ergibt sich aus der UTC durch Addition von einer bzw. zwei Stunden (Sommerzeit).
Bei Uhren ist die Bezeichnung GMT oder UTC der Hinweis darauf, dass eine zweite Zeitzone abgelesen werden kann.
Dekorativ bearbeitetes Uhrwerk, etwa durch Zierschliffe, Hochglanzpolituren, Gravuren, galvanische Oberflächenveredelungen oder spezielle Bauteile.
Unabhängig von seiner technischen Ausführungsqualität kann der ästhetische Reiz eines Uhrwerks durch verschiedene dekorative Veränderungen angehoben werden. Brücken und Platinen bieten Raum für Gravuren oder Skelettierungen und können mit Zierschliffen (z. B. Sonnen-, Streifen- oder Wölkchenschliff) versehen werden.
Statt der üblichen Vernickelung der Messingbrücken und -platinen ist ein galvanischer Überzug mit Rhodium (ein Metall aus der Platingruppe) oder einer farbgebenden Metallverbindung möglich. Schraubenköpfe können poliert, blau lackiert oder durch Anlassen gebläut werden. Schlichte Brückenkanten können durch Anglieren (Anbringen einer Fase) beseitigt werden. Gefräste Ringnuten um im Sichtbereich liegende Lagersteine erzeugen die Anmutung eines Lagerfutters (Chaton), wenn im Falle einer rhodinierten Brücke das goldfarbene Untermaterial wieder freigelegt wird.
Sinn verfügt über eine hauseigene Gravurabteilung, in der aufwendig handveredelte Uhrwerke nach individuellen Vorgaben realisiert werden können.
Sichtflugregeln (engl.: visual flight rules).
Man unterscheidet im Flugverkehr zwischen Sichtflug- und Instrumentenflugregeln ( IFR). Beim Sichtflug stützt sich das Flugverhalten des Piloten auf die visuelle Wahrnehmung seines Flugumfelds. Der Sichtflug beruht dabei auf dem Grundsatz „Sehen und gesehen werden“. Ausweichregeln folgen dem einfachen Prinzip „Sehen und Ausweichen“ (see and avoid), eine Flugstaffelung durch eine Flugüberwachung (Lotsen-System) wird beim Sichtflug nicht praktiziert. Die Navigation im Sichtflug erfolgt regelgemäß mit Karte, Kompass und Uhr, wobei Bodenmerkmale (Städte, Autobahnkreuze, Seen, o. Ä.) zur Orientierung dienen.
Entsprechend darf der Sichtflug nur bei ausreichender Sicht (Wetterlage, Tageszeit) und in geringen Flughöhen durchgeführt werden. Auch dürfen Wolken nicht durchflogen werden, es sind horizontale und vertikale Abstände davon einzuhalten. VFR gilt im Allgemeinen für kleinere Flugzeuge (Sportflugzeuge). Im militärischen Bereich kann der Tiefflug als Sichtflug durchgeführt werden.
Im TESTAF werden die Anforderungen an Armbanduhren nach den Flugregeln unterschieden und in der Zertifizierung entsprechend berücksichtigt.
Sehr gebräuchliche Angabe für die Härte eines Werkstoffs. Das zugehörige Meßverfahren schreibt vor, eine kleine Diamantpyramide unter verschiedenen Prüflasten in den Prüfkörper einzudrücken.
Man mißt jeweils die Diagonale des so erzeugten Eindrucks und bildet den Mittelwert. Daraus wird die Härte berechnet.
Beispiele:
Edelstahl : ca. 200 bis 240 HV
Titan Grade 2: ca. 210 HV
Titan Grade 5: ca. 350 HV
Gehartetes Mineralglas : ca. 800 bis 900 HV
Saphirkristallglas : ca. 2.000 HV
Diamant: > 4.500 bis 10.000 HV
Ist eine Uhr von Sinn als wasserdicht gekennzeichnet, so erfüllt sie im Originalzustand die Anforderungen nach DIN 8310. Für wasserdichte Sinn-Uhren wird dabei eine Druckfestigkeit von mindestens 10 bar Überdruck garantiert. Dies entspricht dem Druck in einer Wassertiefe von 100 m. Ausgenommen hiervon sind einzelne Modelle unserer klassischen Meisterwerke. Bei jeder unserer Uhr wird die Wasserdichtigkeit einzeln geprüft. Eine Angabe der maximalen Wassertiefe, die allgemein auf Uhren zu finden ist, bezieht sich stets auf die maximale statische Druckbelastung, der das Uhrengehäuse garantiert standhält. Bei Schwimmbewegungen oder unter einem Wasserstrahl (Händewaschen oder Duschen) treten gerichtete Strömungen und deren sog. dynamische Druckspitzen hinzu, die folglich eine Uhr an den jeweils betroffenen Stellen stärker belasten als es der Eintauchtiefe entspricht.
Um eine Uhr unbedenklich beim Schwimmen einzusetzen, empfehlen wir daher eine Druckfestigkeit von mindestens
100 m. Für den intensiven und häufigen Einsatz im Wasser sind Taucheruhren zu empfehlen. Die Druckfestigkeit einer Taucheruhr wird in bar oder in Metern Tauchtiefe angegeben. Beim Tauchen steigt der Druck pro 10 m Tauchtiefe um 1 bar.
Im alltäglichen Gebrauch ist zu beachten, daß Dichtungen durch zahlreiche Einflüsse beim Tragen einer Armbanduhr mit der Zeit verschleißen bzw. altern und kleine Schmutzpartikel einlagern können. Diese Partikel übernehmen unter Umständen selbst einen Teil der Dichtungsfunktion, wenn die eigentlichen Dichtungselemente bereits größeren Verschleiß zeigen. Tenside von Seifenlaugen oder ähnlichen Reinigungsmitteln können dann solche Partikel ummanteln und leicht herausspülen.
Aus diesen Gründen sollte die Dichtigkeit einer Armbanduhr regelmäßig (einmal pro Jahr) kontrolliert werden.
Goldlegierungen werden nicht nur in verschiedenen Feingoldgehalten, sondern auch in verschiedenen Farben angeboten. Durch Veränderung der Legierungsanteile von Kupfer und Silber kann man eine Goldlegierung gelblich, rosé oder rötlich aussehen lassen. Um hochkarätiges Weißgold herzustellen, bedarf es eines zusätzlichen Legierungsbestandteils, der das Gold gleichsam bleicht und wie Stahl oder Silber erscheinen läßt. Früher bediente man sich dafür Nickel. Wegen der wachsenden Allergieprobleme und der darauf reagierenden Euro-Norm 1811, welche die Abgabe von Nickel für alle Schmuckteile, die direkten Hautkontakt haben, seit dem Jahr 2000 gesetzlich begrenzt, wird heute Palladium zugesetzt. Da Palladium aber ein sehr teures Edelmetall ist, wird bei der zugesetzten Menge gerne gespart und die Oberfläche der Schmuckstücke mit einem galvanischen Überzug aus Rhodium versehen. Dieser Überzug überdeckt den verbleibenden Gelbstich des Grundmaterials und schützt sie zugleich vor dem Anlaufen.
Wir setzen eine 18kt-Goldlegierung mit einem hohen Anteil an Palladium ein. Aufgrund dessen benötigt diese Legierung keine Kaschierung des Farbtons durch eine Beschichtung mit Rhodium.
Ein Meßinstrument, das den Gang einer Uhr akustisch anhand der Tick-Geräusche erkennt und auf die übliche Einheit von Sekunden pro Tag extrapolieren kann.
Abfallfehler und die Amplitude können direkt abgelesen werden. An einer Zeitwaage lassen sich außerdem die Vorgänge einer einzelnen Schwingung zeitlich auflösen und graphisch darstellen. Auf diese Weise kann das Gerät zu verschiedenen Diagnosezwecken eingesetzt werden.
Die Meßergebnisse zum Uhrengang sind immer Momentaufnahmen, die außerdem unter Laborbedingungen zustande kommen. Aus diesem Grund achten wir bei einer individuellen Rückerkorrektur der Uhr auch auf die persönlichen Trageeigenschaften.
Technische Keramik, die aus dem Oxid des elementaren Metalls „Zirkonium“ durch ein Sinterverfahren hergestellt wird.
Die genauere chemische Bezeichnung lautet Zirkoniumdioxid. Dieser Werkstoff gehört zur Gruppe der Oxidkeramiken, zu der auch Aluminiumoxid zählt, im Uhrenbau bekannt durch (polykristallines) Saphirglas und Rubin.
Der Begriff Keramik wird im Alltag wesentlich enger verstanden als er in technischen Zusammenhängen heute bedeutet. Während Keramik in erster Linie an Ton- und Porzellanprodukte, also spezielle Silikat-Keramiken, denken lässt, liegt ein großer Anwendungsbereich längst auch in der Technik, wie etwa bei Kugellagern, Gleitlagern oder Triebwerksteilen. Zu den hier eingesetzten modernen Keramikarten zählt an hervorragender Stelle Zirkoniumdioxid.
Während die historisch weit zurückdatierbaren, herkömmlichen Keramiken aus natürlichen Rohstoffen und bei relativ geringen Brenntemperaturen gewonnen werden können, erhalten die über die letzten 100 Jahren eingeführten technischen Keramiken ihre besonderen Eigenschaften erst unter Verwendung hochreiner synthetischer Ausgangsstoffe und dem Einsatz hoher Temperaturen und Drücke.
Ausgehend von einem sehr feinen Pulver (unter 1 µm Korndurchmesser) führt man zur Herstellung einer Zirkonoxidkeramik einen Sinterprozess durch, wie dies auch zur Herstellung traditioneller Keramik üblich ist. Dabei reicht die Temperatur knapp an den Schmelzpunkt des Keramikpulvers heran und lässt die feinen Körner des Pulvers zusammenbacken. Dieser Sinterprozess wird zur Herstellung einer technischen Zirkonoxidkeramik mit dem Vorgang des „Heiß- Isostatischen-Pressens“ verbunden, bei dem unter hohem (von allen Seiten einwirkenden) Druck gebrannt wird, so dass sich im Unterschied zur traditionellen Brenntechnik ein deutlich dichterer Werkstoff mit wesentlich feineren Kristallen ergibt.
Unter den resultierenden Eigenschaften dieses Werkstoffs sind hervorzuheben:
– hohe Hitzebeständigkeit bei geringer thermischer Ausdehnung
– elektrisch nicht leitend
– Biokompatibilität
– hohe Korrosionsbeständigkeit
– hohe Härte bei zugleich hoher mechanischer Festigkeit
Die beiden zuletzt genannten Punkte machen den Werkstoff für den Uhrenbau sehr attraktiv. Zirkonoxidkeramik zeichnet sich durch eine sehr hohe Resistenz gegenüber Kratzern aus, hat aber zugleich eine mechanische Festigkeit, die den Wert von Saphirglas mehr als verdoppelt. Dadurch erweist sich Zirkonoxidkeramik trotz seiner hohen Härte als nicht bruchgefährdet.
Durch Zugabe von Farbpartikeln kann das von Hause aus weißliche Zirkoniumdioxid ein schwarzes oder farbiges Aussehen annehmen.